Speicher-Virtualisierung mit LVM?

VirtualBox, VMWare, KVM, XEN, OpenVZ, Virtuozzo, etc.
micha-606
Posts: 6
Joined: 2011-03-10 03:12

Speicher-Virtualisierung mit LVM?

Post by micha-606 » 2013-08-05 03:36

Hallo ihr lieben..

Ich betreibe seit Jahren einen Mailserver, der nun bald mal ersetzt werden sollte - im IMAP-Zeitalter platzt die olle Möhre bald.
Bei der Konzeption des neuen Servers möchte ich mein Hauptaugenmerk darauf legen, dass es niemals wieder zu Speicherproblemen kommt.

Vorgeraumer Zeit habe ich "aufgeschnappt", dass mittels LVM Speicherplatz über mehrere Server hinweg verteilt werden kann. Für LVM ist es ein Kinderspiel, Partitionen zu vergrößern. In dieser Kombination klingt das alles äußerst sinnvoll. Aber wie verhält sich das in der Praxis - was würdet ihr empfehlen?

Geplant habe ich einen Hetzner-Server mit HW-Raidcontroller und 3x3TB Platten als RAID5. Die Maschine möchte ich mit 500GB für's Root partitionieren und den Rest für "/imap". Die /imap-Partition möchte ich erweiterbar wissen, auch wenn das dann zwei Jahre braucht und sich die Regeln für Plattenkapazitäten längst verändert haben oder es dann vielleicht ganz andere Ansätze für Email&Co gibt.

Wer hat Erfahrung mit LVM über mehrere Maschinen hinweg?
Taugt das?
Wie baut man so ein LVM am gescheitetsten auf?

Ich bin gespannt, was ihr empfiehlt bzw. dazu sagt...

Danke im Voraus,
Michael

User avatar
daemotron
Administrator
Administrator
Posts: 2800
Joined: 2004-01-21 17:44

Re: Speicher-Virtualisierung mit LVM?

Post by daemotron » 2013-08-05 11:42

LVM über mehrere Maschinen hinweg ist mir neu; die einzige Doku, die ich dazu gefunden habe, gehört zu RHEL 5 (bzw. CentOS 5):
http://www.centos.org/docs/5/html/5.2/C ... e_Manager/

So wie ich das sehe benötigt man nur für das Dateisystem den clvmd, und darüber hinaus DRBD o. ä. - da könnte man dann auch OCFS benutzen; das ist IMO konsequenter Cluster-tauglich - die Frage ist halt, ob Du wirklich einen Cluster brauchst, oder ob Dein Problem sich auch anderweitig lösen lässt.

Zur Erklärung: Ein Cluster bringt entweder Redundanz und damit eine gewisse Ausfallsicherheit, oder er kombiniert mehrere Ressourcen zu einem leistungsstärkeren System. Letzteres bringt i.d.R. aber keine Redundanzvorteile, da nur die Gesamtheit aller Knoten die gestellte Aufgabe bewältigen kann. Daher ist ein Cluster aus Leistungsgründen nur dann sinnvoll, wenn ein einzelnes System bereits am Rande seiner Leistungsfähigkeit steht und vertikale Skalierung nicht mehr funktioniert.

Wenn ich Dich richtig verstehe, möchtest Du einen Cluster, um die Ressource "Speicherplatz" zu vergrößern. Bei 3x3TB ist Dein Server aber noch lange nicht am Ende der Fahnenstange; wenn es nur um die TBs geht, lässt sich ein einzelnes System deutlich weiter treiben. So würde ich in dem Szenario ggf. auf den HW-RAID-Controller verzichten, nach einem Server mit vielen Platteneinschüben Ausschau halten (min. 8) und mit ZFS ein RAIDZx bauen (x in 1, 2, 3 - je nach erwarteter Ausbaustufe, auf die man vorbereitet sein möchte...). So einen Zpool kann man dann durch Nachstecken weiterer Platten fast beliebig groß werden lassen.

Auf lange Sicht ließe sich das auch mit Btrfs realisieren, aber derzeit gelten die RAID5/6-Implementierungen noch als experimentell; die würde ich (heute) noch nicht auf einem Produktivsystem einsetzen.
“Some humans would do anything to see if it was possible to do it. If you put a large switch in some cave somewhere, with a sign on it saying 'End-of-the-World Switch. PLEASE DO NOT TOUCH', the paint wouldn't even have time to dry.” — Terry Pratchett, Thief of Time

ddm3ve
Moderator
Moderator
Posts: 1126
Joined: 2011-07-04 10:56

Re: Speicher-Virtualisierung mit LVM?

Post by ddm3ve » 2013-08-05 13:24

LVM gibt es als Clusterlösung, aber wie Daemotron richtig sagt, muss zum einen ein gesyncter Storage darunter liegen und eine Clusterfilesytem zum Einsatz kommen.
02:32:12 21.12.2012 und dann sind Deine Probleme alle unwichtig.