RAM vs. SSD

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Re: RAM vs. SSD

Post by Joe User » 2011-01-24 14:32

Auch ohne eigene Erfahrung würde ich in diesem Fall die SSD vorziehen und das gar nicht mal aus Deinen Überlegungen heraus (welche ich teile), sondern vielmehr auf Grund der technischen Gegebenheiten eines Notebooks. Denn bei Notebooks ist die Kühlung der Komponenten nicht zu unterschätzen und da sind 4GB RAM erheblich schwerer zu kühlen als eine SSD. Dadurch erhöht sich dann auch der Lebenszyklus eines Notebooks spürbar, oder es wird dünner/leichter/günstiger. Ein IMHO nicht zu unterschätzender Faktor.
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Re: RAM vs. SSD

Post by Joe User » 2011-01-24 15:25

Ich habe mal eben den Stromverbrauch der 160GB/2,5" Modelle der Intel X25-M G2 (SSD) und der WD Scorpio Blue (HDD) bei Alternate verglichen. Dort wird beim Lesen/Schreiben für die SSD 0,15 Watt und für die HDD 2,5 Watt angegeben. Entsprechend ist auch die Abwärme einer HDD deutlich höher, so dass bereits hier weniger aufwändig gekühlt werden muss.

Hybrid-Festplatten halte ich persönlich nicht nur in Notebooks deplaziert, denn Hybrid bedeutet grundsätzlich schlechter Kompromiss und soetwas sollte man sich insbesondere im professionellen Bereich nicht antun (dann lieber SSD+HDD).
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Re: RAM vs. SSD

Post by daemotron » 2011-01-24 21:20

Gute Frage - wie viel bringt eine SSD denn tatsächlich? Ich war nach den Benchmarks im (vorletzten?) Linux Magazin davon ausgegangen, dass die nur lesend deutlich schneller sind als normale HDDs, beim schreiben nehmen die sich nix.

Ich grübel da auch grade drüber nach, zumal bei mir in den nächsten Wochen eventuell auch eine Hardware-Neubeschaffung fällig sein wird. Allerdings wird es mit Sicherheit kein Notebook, von daher fällt das Argument mit der Kühlung wohl weg. Die Überlegung geht also in Richtung SSD als System-Festplatte (Daten liegen eh auf'm NAS) - lohnt sich das?
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Re: RAM vs. SSD

Post by Joe User » 2011-01-24 21:50

Ich würde derzeit nur Intel-SSDs einsetzen, da sie durch die Bank in jedem mir bekannten (halbwegs) seriösem Test und Benchmark letztendlich am Besten abgeschnitten haben. Insbesondere die Lebenszeit der Intel-SSDs überzeugt mich dabei, obwohl sie kein TRIM beherrschen. (SSDs mit TRIM-Support leben komischerweise nicht wirklich länger.)

Ansonsten sind SSDs wie matzewe01 schon schrieb sowohl im Lesen als auch im Schreiben teils deutlich schneller als herkömliche HDDs. Wenn es dann noch extrem schnell sein soll, so kann man auch auf die PCI-X-SSD-Karten zurückgreifen, welche aber weit jenseits der 1k-EUR-Grenze angesiedelt sind.

Mir persönlich ist der Kosten-Nutzen-Faktor noch zu hoch, daher werde ich die nächsten zwei Jahre auch ohne SSD ruhig leben können ;)
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Re: RAM vs. SSD

Post by daemotron » 2011-01-24 22:39

Hab mich noch mal ein bisschen eingelesen. Fürchte, SSDs werden noch ein Weilchen auf mich warten müssen. Die Intel-Teile sind einfach unbezahlbar (10 Eur/GB ist halt doch recht teuer - andere Hersteller sind da bei 2 Eur/GB). Aber was ich an Tests und Erfahrungsberichten gefunden habe, bestätigt meine Vorurteile: Nur die richtig teuren Teile bieten tatsächlich einen Vorteil gegenüber klassischen HDDs.

Werde also die Kohle lieber in ein paar mehr Kerne, RAM und ein solides Netzteil investieren. Zum Vergleich: anstelle einer 64 GB Intel SSD bekomme ich 4 (in Worten vier) 320GB SATA II Platten plus einen 3ware Escalade 9650SE 4 Kanal RAID-Controller mit 256MB Cache dazu hinterhergeworfen - und bin damit immer noch günstiger dran. Mal gucken, ob der im RAID-10 nicht fast genauso schnell ist :-P
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Re: RAM vs. SSD

Post by dotme » 2011-01-24 22:52

Hmmpf, rein vom "€ pro GB" ist es klar was privat die vernünftige Entscheidung ist.
Ich schiebe aber gerade meinen ganzen Daten-Heap auf den "Server", der eh rund um die Uhr läuft und lasse meinen Desktop mit einer Crucial C300 laufen. Wenn der Rest des Systems passen sind Perfomance und Lautstärke es mir wert.
Ich hatte auch schon eine Intel X25 gehabt und konnte subjektiv keine Performanceunterschiede zur Crucial feststellen. Als ich mir die Crucial gekauft habe, war das eine finanzielle Überlegung - mehr Vertrauen würde ich in Intel setzen.

BTW.: Mein 3ware ist komplett rausgeflogen und ich mache nur noch md.

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Re: RAM vs. SSD

Post by Joe User » 2011-01-24 23:20

Die 160GB Intel-X25-M-G2 liegt bei 2,40EUR/GB: http://www.alternate.de/html/product/137384/
Die 10-11EUR/GB sind nur für die Enterprise-Variante mit SLC fällig ;)
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Re: RAM vs. SSD

Post by nyxus » 2011-01-25 07:59

vor einem Jahr habe ich in mein damals 2 Jahre altes MacBook Pro eine 256GB Samsung-SSD eingebaut. Danach dachte ich, das ist ein komplett neuer Rechner, so schnell ist das. In zukünftige Notebooks kommt mir auch nichts anderes rein.

Die obige Entscheidung würde bei mir daher auch auf die SSD fallen. Die Speicheraufrüstung kann man später immer noch einfach vornehmen wenn es eng wird.
Last edited by nyxus on 2011-01-25 08:02, edited 1 time in total.

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Re: RAM vs. SSD

Post by daemotron » 2011-01-25 11:18

Joe User wrote:Die 160GB Intel-X25-M-G2 liegt bei 2,40EUR/GB: http://www.alternate.de/html/product/137384/
Die 10-11EUR/GB sind nur für die Enterprise-Variante mit SLC fällig ;)

Genau die wurde mir auch angeboten (http://www.alternate.de/html/product/37094); alternativ eine OCZ Vertex mit 120GB und MLC, die grade mal ein Drittel der halb so großen Intel-SLC kostet. Frage ist halt, bringt's die?

Meine Überlegung geht halt dahin: Auf der Platte (oder dem RAID) liegt nur das OS + Software + temporäre Daten, die übrigen Daten liegen eh auf einem NFS-Share. Beim OS ist es wurscht, da würde nur der Bootvorgang beschleunigt - danach liegt der Kernel im RAM.

Lokale Plattenzugriffe hätte ich also beim starten eines Programms oder beim kompilieren. Da verspreche ich mir schon einen Vorteil von einer SSD; allerdings geht das wahrscheinlich auch arg auf die Lebenserwartung (grade beim bauen größerer Ports wie LibreOffice, Gnome, X oder einem buildworld...). Außerdem würde vermutlich das ein oder andere VirtualBox-Image lokal herumliegen - da spricht dann wieder €/GB gegen SSD...

Um es kurz zu machen - so um die 200GB hätte ich schon gerne an lokalem Speicher (zwei parallele OS-Installationen, VirtualBox). Dafür muss ich aber selbst im günstigsten Fall (MLC) um die 400 Euronen einkalkulieren, und dafür kann ich auch ein RAID10 aus 10k-SATA2-Platten bauen, mit netto 300GB Kapazität. Die sind allerdings lauter und fressen mehr Strom im laufenden Betrieb (das tun die zwei geplanten Opteron 6136 allerdings auch :wink:)

Hach, ist das schwierig, da eine rationale Entscheidung zu treffen - ich könnte das OS ja auch auf einem USB-Stick installieren und die Platte ganz weglassen... für's kompilieren eine RAM-Disk einrichten, das wäre dann die schnellste Möglichkeit.

dotme wrote:BTW.: Mein 3ware ist komplett rausgeflogen und ich mache nur noch md.
Das kann leider nicht jedes OS, mit dem ich zu tun habe :? (und selbst wenn, die Systeme wären untereinander ja inkompatibel, also md vs. gmirror vs. ZFS)

P. S. beim Notebook gibt's natürlich noch mehr Argumente, die eher für SSD sprechen: Gewicht, Stromverbrauch, Empfindlichkeit gegen Vibrationen, Kühlung - beim Einsatz in einer Workstation fallen diese Punkte aber deutlich weniger ins Gewicht...
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Re: RAM vs. SSD

Post by Joe User » 2011-01-25 11:41

Bei OCZ ist das Problem, das sie an den reservierten Zellen sparen und somit die theoretische Lebenszeit sinkt. Solange man nur wenige Schreiboperationen auf der SSD hat, spielt das glücklicherweise keine grosse Rolle, da die reservierten Zellen beim Lesen nicht benötigt werden. Somit sind solche SSDs als reines OS-Laufwerk, wo im Idealfall nur ein paar kleine Logs beim Booten geschrieben werden, gut geeignet. Als Arbeitsplatte mit vielen Schreiboperationen ist das aber ein KO-Kriterium, erstrecht beim Kompilieren. Dann lieber ein herkömmliches RAID mit kleinen schnellen 10k/15k-Platten, oder eine RAM-Disk.
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Re: RAM vs. SSD

Post by Joe User » 2011-02-23 23:18

Nochmal ein Artikel zur Lebenszeit von Flash-Chips in SSDs: http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 96300.html
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