Macht SuSE vom Provider noch einen Sinn ??

Outlaw
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Macht SuSE vom Provider noch einen Sinn ??

Post by Outlaw »

Hallo Leute, ich frage mich langsam, ob SuSE über einen Provider noch einen Sinn macht. Ok, die Debianer und alle anderen sagen verm. "nein" aber ich gehe von einem anderen Standpunkt aus, da ich SuSE sonst normalerweise "liebe", auch nicht zuletzt, weil ich es schon seit Version 4 oder so einsetze.

Was mich eben etwas stört, ist die Tatsache, dass man bei den meisten Providern eine alte Version bekommt (z.B. bei 1&1 eben scheinbar 10.1, wo wir kurz vor 11.0 stehen). Da ja nun regelmäßig alle 3 Monate der Support der älteren Versionen eingestellt wird, artet das dann eben recht schnell in der Updaterei des Servers aus, ich muss also quasi jedes Jahr Plätten.

Was ist der Ausweg, wenn man bei SuSE bleiben will ??

Das Image selbst installieren (und mühsam die Providereigenheiten anpassen wie z.B. Kernel) ??

Das Image "veralten" lassen und selbst die Lücken (mühsam) schließen ??

Wirklich weg von SuSE gehen ??

Mir geht es eben darum, dass ich nicht der Profi bin, aber auf Werkzeuge wie You und Yast nicht verzichten möchte, um die Updates eben per Paketverwaltung rein zu bekommen, was eben Nullinger wird, wenn das System aus dem Support verschwindet ....

So, nun Ihr.

Gruß
Outi
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daemotron
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Re: Macht SuSE vom Provider noch einen Sinn ??

Post by daemotron »

Moin Outi,

mit den aktuelleren SuSE-Versionen soll das Upgrade (angeblich) nicht mehr so kompliziert sein und sich ohne große Trickserei bewältigen lassen (wobei ich das mom. nicht aus eigener Erfahrung bestätigen oder verneinen könnte). Insofern wäre es eine Option, sich einmal die Arbeit zu machen, sich selbst ein passendes SuSE zusammenzubauen und dann upzugraden (mit dem Risiko, dass bei einem größeren Sprung wie z. B. der zu 11.0 ein Upgrade möglicherweise wiederum nicht funktioniert).

Die veralteten Provider-Images sind IMHO keine Option, die werden z. T. mit unmöglicher Konfiguration und scheunentorweit offenen Sicherheitslücken ausgeliefert. Da macht eine Neuinstallation nicht unbedingt mehr Arbeit, als sich durch den Wust zu wühlen und alles in Ordnung zu bringen. Die Tatsache, dass die Standard-Kernel nicht immer die vom Provider eingesetzte Hardware unterstützen, finde ich weniger problematisch - IMHO macht es bei den meisten Binär-Distributionen ohnehin Sinn, sich einen eigenen Kernel zu backen - wer braucht schließlich auf'm Server schon WLAN- oder USB-Unterstützung? :wink:

Von SuSE weg wechseln - und wohin? Natürlich wird Dir jeder Gentoo-/Debian-/sonstwas-Fan sagen, dass seine Distribution besser sei. IMHO ist es eigentlich egal, welche konkrete Distribution man einsetzt. Wichtige Unterschiede gibt es eigentlich nur zwischen Meta- und Binär-Distributionen, der Rest ist Geschmackssache (aptitude vs. yast vs. yum etc.). Jede Binär-Distribution veraltet genauso wie SuSE, bei manchen sind nur die Release-Zyklen und die Unterstützungszeiträume länger, was aber nicht heißen muss, dass damit alle Lücken zeitnah geschlossen würden (aber das ist eine andere Diskussion). Als Alternative könnte man da auf Meta-Distributionen wie Gentoo & Co setzen - richtige Releases gibt es nicht, und damit fällt auch das veralten und upgraden weg. Der Preis dafür ist allerdings die ständige Kompiliererei (bei heutigen Doppelherz-Maschinen nicht mehr so dramatisch) sowie eine sich ständig wandelnde Versionslandschaft. Letzteres wiegt IMHO schwerer, da hierdurch beständig hinterher geräumt werden muss, damit alle Applikationen auch weiterhin laufen.
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Roger Wilco
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Re: Macht SuSE vom Provider noch einen Sinn ??

Post by Roger Wilco »

Outlaw wrote:Was ist der Ausweg, wenn man bei SuSE bleiben will ??

SLES. Das hat einen längeren Lebenszyklus. Die "Consumer"-Versionen kommen eben alle 6 Monate und werden dann in entsprechenden Abständen (AFAIR nach 2 Jahren) eingestellt.

Außerdem darfst du im Falle der meisten Provider nicht vergessen, dass die Images dort getestet werden und sich noch an Vorgaben von Dritthersteller Software (Plesk, anyone?) halten müssen. Da kann man nicht sofort immer die neueste Version anbieten.

Outlaw wrote:Das Image selbst installieren (und mühsam die Providereigenheiten anpassen wie z.B. Kernel) ??

Den kann man bei den meisten Providern auch separat herunterladen und installieren. Im Zweifel einfach den Support fragen.

Outlaw wrote:Das Image "veralten" lassen und selbst die Lücken (mühsam) schließen ??

Schlechte Idee. Da stimmt das Kosten-/Nutzenverhältnis einfach nicht.

Outlaw wrote:Wirklich weg von SuSE gehen ??

Wäre meine Idee, aber jeder hat seine Lieblingsdistribution und warum sollte man die dann nicht benutzen?
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oxygen
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Re: Macht SuSE vom Provider noch einen Sinn ??

Post by oxygen »

Also wenn du es schaffst deine Lieblingsdistribution (z.B. SuSE) + Confixx/Plesk/was-auch-immer-du-brauchst selbst zu installieren, solltest du das in jedem Fall tun. Ein anderer Kernel oder ähnliches ist in dem meisten Fällen eh nicht nötig. Versuche dich gar nicht erst auf die Provider-Eigenheiten einzulassen sondern nehm soweit möglich Distributionspakete, das ist einfacher zu warten.
Wenn dich die kurzen Releasezyklen bei den Standarddistributionen stören, könntest du z.B. Ubuntu LTS, CentOS oder wie bereits genannt SLES mal probieren. SLES gibt es z.B. für Hochschulangehörige in den meisten Bundesländern kostenlos, falls dir das hilft. Andereseits muss ich sagen, RootServer sind ja nicht gerade für die Ewigkeit gemacht, 2-3 Jahre maximal. Das reicht es, eine zum Zeitpunkt der Bereitstellung aktuelle Standard-Distribution wie OpenSuSE zu installieren.
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