Umsteiger von Suse auf Debian hat mal ein paar Fragen

Apache, Lighttpd, nginx, Cherokee
holly
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Umsteiger von Suse auf Debian hat mal ein paar Fragen

Post by holly »

Hallo,

ich hoffe ich bin hier richtig. Ich betreibe noch zur Zeit ein Server auf Suse 9.3 und Confixx. Da ich des öfteren gelesen habe, das Debian doch die bessere Wahl ist, möchte ich komplett auf Debian und Plesk umstellen.

Mich würde mal interessieren, wie das bei Debian mit den Updates der Pakete läuft, speziell des Kernel´s. Bei Suse kann man das ja fix haben, wenn man beim Kernelupdate was falsch macht das der Rootie der schwubbs erstmal offline ist.

Wie sieht das mit Debian aus, denn da habe ich gehört, das die Distri viel besser zu updaten ist? Was haltet ihr von Plesk? Würde mich über ein paar Info´s freuen.


In diesem Sinne

Holly

rootsvr
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Re: Umsteiger von Suse auf Debian hat mal ein paar Fragen

Post by rootsvr »

Wenn der Debian Kernel nicht die Sachen hat/kann die dein Server braucht ist der Rootie genauso futsch. (Zumindest damals Hetzner DS3000)

Ich denke das sich yast und aptitude nichts tuen, Debian hat nicht so aktuelle Pakete, dafür lassen sich IMHO Updates von einer Version zur anderen (Debian 3.0 auf 3.1 auf 4.0) relativ gut machen, wie das bei SuSE ist weiß ich nicht.

Plesk kenn ich nicht, würde es aber nicht benutzen (Ich mag meine Kommandozeile, da weiß ich was ich mach).
Last edited by rootsvr on 2007-02-08 17:02, edited 1 time in total.

holly
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Re: Umsteiger von Suse auf Debian hat mal ein paar Fragen

Post by holly »

Hi rootsvr,

ich habe gehört, bzw. gelesen, das gerade Debian immer schnell aktuelle Pakete zum Download anbietet. Das war glaub ich bei Heise.de.

Habe ich das jetzt richtig verstanden, das aptitude das gleiche ist wie yast unter Suse? Zu deinem erwähnten, das du eher Kommandozeile magst, kann ich nachvollziehen, aber wenn du mal eben schnell Webspace einrichten und verwalten willst, bzw. jemanden ein Platz auf deinem Server anbieten möchtest, dann ist Plesk, oder Confixx schon ganz bequem.

Also habe ich dich auch so verstanden, das du auch eher Debian als Suse nehmen würdest?


Bis dann

Holly

rootsvr
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Re: Umsteiger von Suse auf Debian hat mal ein paar Fragen

Post by rootsvr »

Ich benutze Debian seit ein paar Jahren und kenne mich damit mittlerweile ganz gut aus. Warum sollte ich also wechseln sollen?

Sicherheitsupdates kommen normalerweise (für die stable) recht fix, wie das bei Testing ist weiß ich nicht genau, Debian selber sagt man solle stable nehmen: http://www.debian.de/security/faq#testing

aptitude und yast sind beides Möglichkeiten einfach Software zu installieren und zu löschen. Debian benutzt apt-get/aptitude, SuSE yast, RedHat rpm, ... man kann apt-get auch auf SuSE installieren, wenn man möchte.

Plesk/Confixx ist sicherlich toll, wenn man Kunden hat die eigene Subdomains anlegen wollen, etc. Andere Kunden sind froh wenn man ihnen ein FTP Passwort gibt (und ihnen erklärt wo man nen FTP Client runterlädt) und selbst dann überfordert. Für solche ist selbst Plesk zu komplex und ich hab nen Script was mir mit einem Aufruf Domain, Fcgi/suexec, Email, ftp, und alle Beiwerke installiert. Das reicht mir.. Plesk ist dann eher nen zusätzliches Sicherheitsloch und Ressourcenfresser.

Ich geb Dir keine Empfehlung welche Distribution Du nehmen solltest, nimm das womit Du dich auskennst! Kennst Du Dich nicht aus lass es einfach und installiere Dir verschiedene Distribution in einer VMWare und teste einfach was Dir am besten gefällt, lerne es kennen und dann miete nen Server.

kase
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Re: Umsteiger von Suse auf Debian hat mal ein paar Fragen

Post by kase »

Nicht verwechseln:

Sicherheitsupdates != (ungleich) Neue Versionen

Debian ist in Sachen Sicherheitsupdates ziemlich schnell, sind aber eigentlich die meisten Distributionen.

Die Aktualität der Pakete hängt davon ab, für welchen Zweig du dich entscheidest.

Stable ist besonders geeignet für Server, die Software ist aber normalerweise ziemlich "alt". (Und natürlich auch für Desktop PCs, die "einfach" nur laufen sollen)

Testing hat einigermaßen gut getestete Pakete in einer recht neuen Version, Problem bei Testing sind aber die Sicherheitsupdates. Neue Upstream-Versionen, die eventuell Sicherheitslöcher schließen, gehen nur verzögert in Testing ein (min 2 Tage), und ein speziell zugeschnittenes Sicherheitsteam gibt es für Testing nicht.

Unstable kann dir mit etwas Pech auch einfach mal dein System zerschissen, wenn ein neues Paket buggy ist. Die Pakete sind teilweise nicht so gut getestet und können auch Release-Critical-Bugs haben. Ein Sicherheitsteam für Unstable gibt es ebenfalls nicht, dafür sind dort recht schnell neue Upstream-Versionen verfügbar, die dann oftmals direkt Sicherheitslöcher wieder schließen.

*Upstream-Versionen = Neue Versionen des Programms selbst, die erstmal nicht direkt etwas mit Debian zu tun haben.

-----

Aktuell würde ich dir aber Testing empfehlen, da das aktuelle Stable sehr alt ist, und das aktuelle Testing wohl sehr bald stable wird.

-----

Ansonsten gilt, nimm die Distribution, mit der du dich am besten auskennst. Ich bevorzuge Debian, weil mir das apt System besser gefällt als Yast, aber es gibt auch genug, die da genau anderer Meinung sind.

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daemotron
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Re: Umsteiger von Suse auf Debian hat mal ein paar Fragen

Post by daemotron »

Bei SUSE sind Distributionsupgrades ziemlich umständlich (nur mit viel Trickserei) überhaupt zu bewerkstelligen - das geht bei Debian deutlich einfacher und mit weniger Risiko. Bei SUSE erscheinen Releases deutlich häufiger als bei Debian, wer also jeden Release-Wechsel mitmacht (was aber nicht ohne ist, s. o.), hat i. d. R. das aktuellere System (ob man's auf nem Server braucht, steht auf einem anderen Blatt...)

Das Paketmanagement ist ansich kein Argument für einen Distributionswechsel. RPM lässt sich auf Debian nachrüsten (wer's mag...), und apt gibt's auch für SUSE, ist aber im Gegensatz zu Yast nur für's Paketmanagement gedacht und nicht auch noch als "Systemsteuerung" à la Redmond-OS...

holly
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Re: Umsteiger von Suse auf Debian hat mal ein paar Fragen

Post by holly »

Also wen ich die Wahl hätte, dann würde ich gern die Red Hat Enterprise Edition haben wollen, ist aber verdammt teuer.

Mir ist es nur wichtig, immer die neuesten Sicherheitsupdates möglichst schnell zu bekommen, deswegen frage ich nach einer Meinung, welche Distribution da am schnellsten ist. Wie schon erwähnt, habe ich da mal gelesen, das Debian da ziemlich fix sein soll.

Mit Suse fühle ich mich persönlich nicht mehr so gut, obwohl ich damit schon lange herummache, sowohl Desktop, als auch Server. Wobei ich inzwischen für Desktop auf Mandriva umgestiegen bin und bin damit sehr zufrieden. Nur was ich für eine Distribution für mein Server nehmen soll/will bin ich noch unschlüssig.

Bis gleich

Holly

kase
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Re: Umsteiger von Suse auf Debian hat mal ein paar Fragen

Post by kase »

Wenn du eine stabile und sehr schnell mit Sicherheitsupdates versorgte Distribution für Server haben willst, bist du defintiv mit Debian sehr gut beraten.

Setzt du den Server neu auf, würde ich aber trotzalledem Testing (ETCH) nehmen, bis es dann in (hoffentlich) spätestens 1-2 Monaten Stable wird. So sparst du dir das Dist-Upgrade.

flo
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Re: Umsteiger von Suse auf Debian hat mal ein paar Fragen

Post by flo »

Ich werfe auch mal Ubuntu LTS in den Raum - gute Security-Updates, aktuellere Versionen als derzeit stable und die Vorteile von apt ...

flo.

timbo
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Re: Umsteiger von Suse auf Debian hat mal ein paar Fragen

Post by timbo »

Hi,
also wenn Du immer noch Etch aufsetzen willst kannst Du das nun machen, da es frozen ist und somit eigentlich stable nur dass halt noch bugs bereinigt werden. Ich persönlich kann keine Fehler mehr finden, aber was bei Debian frozen ist ist bei anderen Distributionen längst Version 2008 oder bei Windows Vista mit Service Pack 3 (wenn das reicht).
Gruss Tim

P.S. Ich erarbeite übrigens gerade ein Howto für einen Debian Etch Server