Unterschiede Debian - Ubuntu

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aubergine
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Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by aubergine » 2006-10-30 22:57

Hi,

ich habe was Linux auf Servern angeht bisher nur Debian und Gentoo benutzt.

In letzter Zeit stoße ich aber immer öfter auf die Distribution ubuntu, die ich bisher nur als kubuntu bei mir Zuhause kannte :-D

Wäre nett wenn erfahren Debian - Ubuntu Admins mal die größten Unterschiede bzw. Vor- und Nachteile im Serverbetrieb berichten könnten, denn nichts ja schlimmer als der Stillstand :idea:

Vielen Dank schonmal

lucki2
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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by lucki2 » 2006-11-02 03:30

Kurz kann ich da was dazu sagen. Debian hat recht lange Zeiten, bis wieder mal eine Dist rauskommt. Viele Entwickler sind verärgert, haben im laufe der Jahre deswegen das Projekt verlassen. Aber bis jetzt kamen immer neue nach - die Welt ist groß. Debian ist eigentlich die freie Distribution. Bei keiner Anderen wird das so groß geschrieben. Äußert sich auch in der internen Struktur, die hochdemokratisch aufgebaut ist und einem Gesellschaftsvertrag. Das macht Debian aus: viele Diskussionen, Wahlen, Konflikte, die beigelegt werden müssen und keine(neuerdings: fast keine) bezahlten Mitarbeiter, hohe Transparenz.

Ubuntu ist das Gegenteil eine klare Leitung mit Anweisungen und mit bezahlten Entwicklern, weniger Demokratischen Strukturen. Schnellere Entscheidungen, weniger aufreibend für die Entwickler. Ettliche DD`s haben gewechselt. Ubuntu baut (zumindest noch)auf Debian auf.

Meinung mußt Du Dir selber bilden. Ich erinnere an SCO - ohne das zu kommentieren. Fasse Debian so zusammen: Freiheit hat einen Preis, der nicht in Geld bemessen wird.

mattiass
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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by mattiass » 2006-11-02 09:18

lucki2 wrote:Kurz kann ich da was dazu sagen. Debian hat recht lange Zeiten, bis wieder mal eine Dist rauskommt. Viele Entwickler sind verärgert, haben im laufe der Jahre deswegen das Projekt verlassen. Aber bis jetzt kamen immer neue nach - die Welt ist groß. Debian ist eigentlich die freie Distribution. Bei keiner Anderen wird das so groß geschrieben. Äußert sich auch in der internen Struktur, die hochdemokratisch aufgebaut ist und einem Gesellschaftsvertrag. Das macht Debian aus: viele Diskussionen, Wahlen, Konflikte, die beigelegt werden müssen und keine(neuerdings: fast keine) bezahlten Mitarbeiter, hohe Transparenz.
Ab einer gewissen Größe funktioniert Konsensdemokratie oder direkte Demokratie nicht mehr. Wenn wenig Bereitschaft zu Kompromissen da ist, verzögern ausufernde Diskussionen die gesamte Entwicklung. Bei den eher pragmatisch und weniger philosophisch angetriebenen FreeBSD-Entwicklern scheint es mit einer repräsentativen Demokratie gut zu funktioniere. Viele andere Projekte sind eher als Meritokratien oder geleitet durch den "Benevolent Dictator" zu betrachten.

Gab es da nicht mal ein gutes Paper zur "Governance von Open Source Projekten"?
Ubuntu ist das Gegenteil eine klare Leitung mit Anweisungen und mit bezahlten Entwicklern, weniger Demokratischen Strukturen. Schnellere Entscheidungen, weniger aufreibend für die Entwickler. Ettliche DD`s haben gewechselt. Ubuntu baut (zumindest noch)auf Debian auf.
Von Ubuntu fließt auch einiges in Debian zurück, auch wenn die Debianer ständig über schlechte Dokumentation motzen.
Meinung mußt Du Dir selber bilden. Ich erinnere an SCO - ohne das zu kommentieren. Fasse Debian so zusammen: Freiheit hat einen Preis, der nicht in Geld bemessen wird.
Ich wüsste nicht, was nun Ubuntu mit SCO zu tun haben sollte. Im Gegensatz zu SCO ist Ubuntu freie Software. Wenn Dir die Entwicklung nicht gefällt, gründest Du einen Fork oder ein Derivat. Es ist diese Freiheit, die Open Source ausmacht. Wie stark strukturiert und mit welchen Formen der Mitbestimmung ein Projekt aufgezogen wird, ist sekundär.

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by lucki2 » 2006-11-02 10:27

Ich wüsste nicht, was nun Ubuntu mit SCO
SCO war auch mal frei. Und da ist auch viel zurückgeflossen. Mach die nicht schlechter als sie sind.

Weil Du Papers ansprichst: Verschiedene Ansichten gibt es - wenn ich z.B. bei Slashdot schaue ist in jedem zweiten Interview eine andere. Verschiedenheit ist m.E. auch gut denn Vielfalt macht Auswahl möglich.

Daß debian nicht funktioniert ist imho etwas überzogen.

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by mattiass » 2006-11-02 10:38

lucki2 wrote: SCO war auch mal frei. Und da ist auch viel zurückgeflossen.
Wie bitte? Für Xenix-Quellen musste man tief in die Tasche greifen. Und weil sowohl Xenix, OpenServer als auch das später dazugekaufte UnixWare vor allem BSD-Codes integriert haben, floss recht wenig zurück.

Wenn Du Caldera meinst: Ja, Caldera war ein interessanter Linux-Distributor. Als sie dann die alte SCO aufgekauft haben, war die Hoffnung da, dass aus dem recht zäh weiter entwickelten UnixWare die Perlen nach Linux übernommen werden können -- ein erster Schritt in Richtung Öffnung war die Freigabe historischer Unix-Quellen unter einer BSD ähnlichen Lizenz. Stattdessen haben einige Manager versucht zu zocken und die Rechte an UnixWare (und die veremintlichen Rechte am Ur-Unix) zu versilbern. Schon als sich Caldera in SCO umbenannt hat, war von diesem Anflug der Freiheit kaum noch etwas zu spüren.

Tatsächlich lief unter dem Namen SCO wenig Unterstützung für die Community. Letztlich hat (die neue) SCO das Spiel weitergespielt, das die USL mit der Uni Berkeley und BSDI abgezogen haben.

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by lucki2 » 2006-11-02 11:05

Natürlich spreche ich von Caldera.
Nein, ich bin nicht in der schwarz weiß Welt zuhause, wo SCO Böse ist.

Unternehmen müssen wirtschaftlich handeln und sich in der Konkurrenz behaupten. Das ist nie einfach und ist für die Konkurrenz nicht so schön - aber so ist das Spiel geschaffen.

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by mattiass » 2006-11-02 11:14

lucki2 wrote:Natürlich spreche ich von Caldera.
Nein, ich bin nicht in der schwarz weiß Welt zuhause, wo SCO Böse ist.

Unternehmen müssen wirtschaftlich handeln und sich in der Konkurrenz behaupten. Das ist nie einfach und ist für die Konkurrenz nicht so schön - aber so ist das Spiel geschaffen.
Natürlich müssen sie wirtschaftlich handeln. Aber es ist ein Unterschied, ob man langfristig Werte schafft oder kurzfristig zockt.

Die alte SCO hatte genauso ihren Platz in der Branche wie die alte Caldera. Die SCO hatte Anfang und Mitte der 1990er gute Produkte und setzte mit UnixWare und OpenServer auf eine Nische, für die BSD und Linux damals noch nicht reif waren: Unix auf billiger PC Hardware. Was mit der neuen SCO abging war eine Farce. Mit dem Geld aus Calderas Linux-Börsengang wurde eine FUD-Kampagne gegen Linux gefahren. Wer einen gesunden Menschenverstand hat, konnte sehen, dass schlimmstenfalls einige Monate Entwicklungstopp bei Linux wg. Code-Reviews drohten (wie seinerzeit bei BSD). Weit übler ist, dass Kunden und Investoren, die sich auf SCO verlassen haben, im Regen gestanden sind (sieben Jahre ohne ein neues Produkt!).

Und mit einem normalen Marktgeschehen hatte SCOs Kampagne nichts zu tun. Glücklicherweise haben das die Richter der Voruntersuchungen auch so gesehen und fast alle Punkte der Klage zurückgewiesen.

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by lucki2 » 2006-11-02 11:27

schau den Anfang des Charts an:
http://boerse.ftd.de/ftd/einzelkurs_kur ... b=15&l=840
Edit deutlicher:

deutlicher
Last edited by lucki2 on 2006-11-02 13:25, edited 2 times in total.

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by mattiass » 2006-11-02 11:56

lucki2 wrote:schau den Anfang des Charts an:
Ich wüsste nicht, was das mit dem eigentlichen Thema zu tun haben sollte. Der Kursverlauf zeigt nur, dass sich Caldera nach der Übernahme von SCO schlecht gezockt hat.

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by lucki2 » 2006-11-02 12:57

Ich glaube SCO stand ganz schön unter Druck. Du nicht?

Du meinst, bei Ubuntu kann es nie zu was ähnlichem kommen, wie bei Caldera oder als anderes Beispiel wie bei Deja?

Wäre ein sehr gesundes Vertrauen in Ubuntu. Haben andere vielleicht nicht so.

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by mattiass » 2006-11-02 13:09

lucki2 wrote: Ich glaube SCO stand ganz schön unter Druck. Du nicht?
Aber erst nach Namensänderung und Strategiewechsel.
Du meinst, bei Ubuntu kann es nie zu was ähnlichem kommen, wie bei Caldera oder als anderes Beispiel wie bei Deja?

Wäre ein sehr gesundes Vertrauen in Ubuntu. Haben andere vielleicht nicht so.
Nun, jetzt fängst Du mit Mißtrauen gegenüber Unternehmen an.

Natürlich kann es sein, dass Shuttleworth durch geschickte Deals, die Kohle zusammenbekommt, um bspw. SUN zu kaufen. Dann könnte er das gleiche Spiel wiederholen. Ich traue aber Shuttleworth etwas mehr Weitblick und bessere Berater zu.

Bei Ubuntu werden wir die nächsten drei Jahre sicher eine Kommerzialisierungswelle erleben: Es wird Certified Partners geben, die das Logo führen dürfen. Ubuntu wird vermehrt vorinstalliert angeboten werden und die Anbieter von Closed Source Applikationen werden die LTS-Versionen offiziell supporten.

Wie weit die Ubuntu-Community dabei mitspielt hängt stark von psychologischen Faktoren ab, so müssen sich die Entwickler ernstgenommen fühlen. Prinzipiell ist die Verstrickung von Kommerz und Community kein Problem, es müssen halt alle nach den Regeln spielen und das kooperative Entwicklungsmodell akzeptieren. In vielen Bereichen der Linux-Entwicklung (Kernel, Embedded Systems) geht es ohne der Beteiligung primär wirtschaftlich denkender Unternehmen gar nicht mehr -- Und das ist gut so.

EDIT: Kleine Bitte: Könntest Du den Link so editieren, dass man beim Lesen nicht horizontal Scrollen muss? Danke!

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by lucki2 » 2006-11-02 13:41

Nun, jetzt fängst Du mit Mißtrauen gegenüber Unternehmen an.
Nicht unbedingt Unternehmen. Ich zeige einen Unterschied zwischen Ubuntu und Debian auf. Mißtrauisch bzw Vorsichtig zu sein und strukturell Bedingungen zu schaffen daß eine Unternehmensführung sich an bestimmte Werte hält - auch über Verträge auf der einen Seite und Vertrauen in eine Unternehmensführung zum anderen. Zudem muntere ich zum hinterfragen von Werten selber auf.

Ja, ich glaube da ist sehr deutlicher Unterschied zwischen Debian und Ubuntu.

Wie ich schon geschrieben habe, ich möchte gar nicht wirklich bewerten, was besser ist: ich finde es gut wenn es beides gibt. Bzw wenn es viel verschiedenes gibt, damit Wahlmöglichkeit sind.

Den Link habe ich zurechtgebogen.

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by mattiass » 2006-11-02 15:39

lucki2 wrote:
Nicht unbedingt Unternehmen. Ich zeige einen Unterschied zwischen Ubuntu und Debian auf. Mißtrauisch bzw Vorsichtig zu sein und strukturell Bedingungen zu schaffen daß eine Unternehmensführung sich an bestimmte Werte hält - auch über Verträge auf der einen Seite und Vertrauen in eine Unternehmensführung zum anderen. Zudem muntere ich zum hinterfragen von Werten selber auf.

Das gilt aber nicht nur für Unternehmen, sondern genauso für jede Art von Zusammenschlüssen. Probleme gibt es immer, wenn Einzelinteressen die Oberhand gewinnen. Das kann das Ego einzelner Entwickler sein (OpenBSDs Theo oder Slackwares Patrick sind solche Fälle) oder eben eine Unternehmensführung, die versucht, alles auf eine Karte zu setzen und zu zocken.
Ja, ich glaube da ist sehr deutlicher Unterschied zwischen Debian und Ubuntu.

Wie ich schon geschrieben habe, ich möchte gar nicht wirklich bewerten, was besser ist: ich finde es gut wenn es beides gibt. Bzw wenn es viel verschiedenes gibt, damit Wahlmöglichkeit sind.
Hier stimme ich Dir zu. Sowohl Debian als auch Ubuntu haben ihren Platz. Mir gefällt aber überhaupt nicht, dass bei Debian zu sehr Haarspaltereien um "Freiheit" die Diskussion bestimmen, die paradoxerweise die Freiheit der Nutzer einschränken: Denn wenn Debian wegen anhaltender Diskussionen immer wieder verspätet erscheint, dann müssen sich Nutzer, die auf aktuelle Pakete angewiesen sind, auf andere Distributionen stützen.

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by lucki2 » 2006-11-03 20:56

Das gilt aber nicht nur für Unternehmen, sondern genauso für jede Art von Zusammenschlüssen
Ja, und? Debian ist imho auch kein Unternehmen - je nach dem was Du als Unternehmung betrachtest. Du kannst extrem weit gefasst auch alle Zusammenschlüsse als Unternehmung betrachten. Der Punkt ist:
a) Du kannst auf Vertrauen setzen, Kontolle sein lassen und gewinnst dadurch schnelle Entscheidungen.
b) Nicht Vertrauen und Kontrolle in die Struktur einbauen. Je mehr Kontrolle Du einbaust, desto schwieriger können Entscheidungen werden, was dann auch der Sinn ist.
c) Debian ist den Weg der Demokratisierung des Projekts gegangen, ergo gibts halt Wahlen.
Mir gefällt aber überhaupt nicht, dass bei Debian ...
Diese Argument höre ich seit x Jahren(Insbesonders als bei Debian die X DD`s weggebrochen war). Hat auch Berechtigung. Dennoch:
1. Debian hat einiges, was früher an Gegenbeispielen genannt wurde, überlebt[SuSE,RH,mandrake,caldera - ohne die schlecht zu machen und wissend, daß sie gewandelter Form weiter existieren].
2. Das ist "Debian mission". Absolut frei(wie in Freiheit) und Im öffentlichen Interesse(i.e. Social Contract - Vertrag mit der Menschheit). Ohne das hast Du nicht mehr Debian sondern was anderes. Wenn Du was anderes wills, weißt Du, wo Du es bekommst - oder? Ubuntu ist für Dich wahrscheinlich die bessere Wahl.
3. Ist das auch noch ein tradeof zwischen stabilität und aktualität.

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by mattiass » 2006-11-03 21:13

lucki2 wrote: c) Debian ist den Weg der Demokratisierung des Projekts gegangen, ergo gibts halt Wahlen.
Wahlen gibt es auch bei FreeBSD. Dort funktioniert eine repräsentative Demokratie...
2. Das ist "Debian mission". Absolut frei(wie in Freiheit) und Im öffentlichen Interesse(i.e. Social Contract - Vertrag mit der Menschheit).
Oh ja, die Retter der Menschheit. Vor lauter "Mission" verpennen die Debianer ihre Releases. Ist halt doof, wenn man die "freieste" aller Distributionen hat, aber dann die Nutzer so frei sind, mit den Füßen abzustimmen. Ich habe nichts gegen Debian, aber der Menscheit wäre mehr geholfen, wenn sie diejenigen, mit denen sie glauben, Verträge zu machen, auch mal nach ihren Wünschen fragen würden.

Auch ein freies Software-Projekt hat einen Markt, an dem es bestehen muss. Kunden zahlen nicht "monetär", aber mit Reputation, Meriten, Feedback, Hilfe bei der Entwicklung. Wenn einem freien Software-Projekt die User weglaufen und es nur noch Selbstzweck ist, rutscht es in die Bedeutungslosigkeit ab.

Diese Gefahr sehe ich bei Debian.
Ohne das hast Du nicht mehr Debian sondern was anderes. Wenn Du was anderes wills, weißt Du, wo Du es bekommst - oder? Ubuntu ist für Dich wahrscheinlich die bessere Wahl.
Ich muss glücklicherweise wenig Linux benutzen. Ja, Ubuntu setze ich manchmal ein, manchmal Debian und wenn es der Kunde verlangt auch Suse. Wenn ich aber nicht unbedingt muss, lasse ich von "GNU-Software" die Finger. 8)

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by lucki2 » 2006-11-03 23:35

Ich finde Du hast eine sehr einseitige Sichtweise, die Debians Schwächen sehr übertrieben fokusiert ohne Stärken zu betrachten oder zu vergleichen. Zum anderen drehst Du Sachen um: das ist nicht hilfreich.
aber dann die Nutzer so frei sind, mit den Füßen abzustimmen
Das ist überall der Fall. Bei Debian können User zusätzlich noch mitreden und mitbestimmen. Das wiederum verzögert aber manchmal was. Manchmal gehts auch auf den Senkel(den DD's). So ist es richtig gestellt.
Diese Gefahr sehe ich bei Debian.
Das(das User wegbrechen) wäre keine Gefahr. Das wäre in Ordnung. Außerdem sehe ich sie faktisch nicht. Wenn ich so auf die vergangenen Jahre zurückblicke scheint mir die Tendenz anders herum. Zu Ubuntu ist es zu früh was zu sagen. Ich glaube auch der Ubuntu-Hipe hat sich schon beruhigt.

Wie gesagt, diese Art des Gebashe kenne ich schon lange und bisher muß ich wirklich sagen, hat Debian die, die so redeten überlebt. Das spricht für sich.


Debian hat 48h securityfixes in stable und normal 10-20 Tage Reaktion auf Neuigkeiten bis excuse.
Verzögerungen(wir werden's im Dezember sehen) lagen in der Mehrheit an Instabilitäten, die nach Debian qa nicht als "stable" raus können. Der letzte Sarge update war 28. Oktober.
Weil Du den Anfang gelesen hast, ist Dir sicher klar, daß ich damit nicht beschönigen will oder irgendwelche Probleme vertuschen.
Transparenz, Stabilität, Kontinuität, Verlässlichkeit auf Policy sind auch wichtig(dazu gehört die Sicherheit zu wissen, daß etwas Frei ist, zum Bleistift die Firefox Geschichte ), wartbarkeit, Verantwortlichkeiten, Ansprechpartner und nochmal Transparenz.

schau dir das an(was besseres habe ich nicht, Du vielleicht?):
http://people.ubuntu-in.org/~carthik/bugstats/
und Vergleiche:
http://bugs.debian.org/release-critical/
http://master.debian.org/~ajt/graph.png
Bei dem ubuntu ist das unassigned und unconfirmed interessant.

Zu sagen Ubuntu ist alles besser und Debian alles schlecht trifft es nicht.

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by timeless2 » 2006-11-04 01:15

lucki2 wrote:zu sagen Ubuntu ist alles besser und Debian alles schlecht trifft es nicht.
Das ist klar. Ich finde aber gut, dass es bei Linux verschiedene Ansätze gibt und jeder die Freiheit hat, das zu wählen, was seinen Bedürfnissen und/oder seinem Geschmack am nächsten kommt. Dabei zählen in erster Linie die praktischen Fakten, also verfügbare Pakete, wie schnell gibt es Sicherheitspatches, Paketverwaltung, ... und die "Philosophie" des jeweiligen Ansatzes ist eher sekundär.
90% setzen im Desktopbereich auf ein Betriebssystem, das sie sicher nicht wegen der tollen Firmenphilosophie verwenden.

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by lucki2 » 2006-11-04 03:06

Gebe ich Dir Recht. Für Deine Beispiele nimmt sich Debian und Ubuntu nichts. Irgendwie reden die Leute ja doch miteinander. Bugfixes gehen von Debian nach Ubuntu und umgekehrt.

Unterschied ist im tradeof Stabilität<-> Aktualität zu suchen. Debian setzt mehr auf Stabilität und Ubuntu auf Aktualität.

Es interessiert mich auch ob ich in einem Jahr noch Unterstützung für ein System habe oder dann alles anders ist ... wirklich. Na gut.

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by mattiass » 2006-11-04 08:21

lucki2 wrote: Debian hat 48h securityfixes in stable und normal 10-20 Tage Reaktion auf Neuigkeiten bis excuse.
Verzögerungen(wir werden's im Dezember sehen) lagen in der Mehrheit an Instabilitäten, die nach Debian qa nicht als "stable" raus können.
Ein großes Problem von Debian ist die große Anzahl von Paketen und unterstützter Architekturen, die unterstützt wird. Das bessert sich zwar, aber Debians Form der direkten Demokratie ist es nicht leicht, eine exotische Plattform mit ein paar Dutzend Nutzern einfach so für belanglos zu erklären.

Ubuntu verwendet das Demokratiemodell der Swana, wo der "Älteste" ein Machtwort sprechen darf. Entsprechend ist die Distribution mit weniger Architekturen und einer vierstelligen Zahl von als "Release Critical" Betrachteten Paketen weit flexibler.
Transparenz, Stabilität, Kontinuität, Verlässlichkeit auf Policy sind auch wichtig(dazu gehört die Sicherheit zu wissen, daß etwas Frei ist, zum Bleistift die Firefox Geschichte ), wartbarkeit, Verantwortlichkeiten, Ansprechpartner und nochmal Transparenz.
Die Firefox-Geschichte kann ich beispielsweise nachvollziehen. Dabei handelt es sich um eine echte rechtliche Problematik. Teilweise obskur waren die Diskussionen um Dokumentation, die zwar frei verbreitet, aber nicht modifiziert werden darf.
Zu sagen Ubuntu ist alles besser und Debian alles schlecht trifft es nicht.
Sage ich nicht. Aber viele Debianer strapazieren durch ausufernde Diskussionen die Geduld der Anwender und machen es auch den Projektleitern nicht leicht. Eigentlich schade, weil Debian wirklich interessante Ziele verfolgt. Ich würde mir wirklich wünschen, Debian wäre mehr als der Technologielieferant, der das Projekt derzeit ist. Aber wenn bei Debian weiterhin versucht wird *alle* Wünsche zu berücksichtigen und dies ständig auszudiskutieren, wird die Relevanz des Projektes nachlassen.

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by lucki2 » 2006-11-04 09:15

Ääääh? Hui, Du führst ja einen regelrechten Kleinkrieg gegen Debian bei dem alle Mittel recht sind. Heieiei. Na, wenn es spaß macht.

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by mattiass » 2006-11-04 09:26

lucki2 wrote:Ääääh? Hui, Du führst ja einen regelrechten Kleinkrieg gegen Debian bei dem alle Mittel recht sind. Heieiei. Na, wenn es spaß macht.
Nö, ich flame nur ein wenig. ;-)

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Re: Unterschiede Debian - Ubuntu

Post by lucki2 » 2006-11-04 12:09

Geht imho etwas weit. So weit, daß ich nicht auf Debian käme, wenn ich nicht wüßte daß Du davon sprichst und als newbee würde ich mich auch nicht mehr bezeichnen.

Das Docuteil zum Bleistift hört sich mehr nach anderen an, die das nutzen um darüber Rechte an ihrer Dist zu wahren.

Was Bugs betrifft sind es halt die Backports, die Ubuntu ein bischen schlechter abschneiden lassen. Der Rest wird eher ausgetauscht.
Aber, hallo Aubergine, noch da?
Dokumentation, Support: Wenn ich das Ubuntu Forum anschaue muß ich lächeln. Das liegt weniger an Ubuntu. Mehr an den Beiträgen von Leuten, die Vorschläge machen, welche oft mehr Probleme schaffen als sie Lösen und echte Lösungen in den Wind schlagen. Traurig, aber leider Tendenz. Für echte Hilfe mußt Du ein bischen in die Tasche greifen. Supportkosten würde ich bei einer Entscheidung berücksichtigen.