Gentoo Installation auf Rootserver

FreeBSD, Gentoo, openSUSE, CentOS, Ubuntu, Debian
tally
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Gentoo Installation auf Rootserver

Post by tally »

Nach dieser Anleitung möchte ich zum erstenmal Gentoo installieren. (BTW, in der Anleitung sind zwei kleine Fehler: statt "mount /dev/hda3" sollte es "mount -t ext3 /dev/hda3 /mnt/gentoo/" lauten und statt "bzip -d stage1-x86-2004.2.tar.bz2" korrekt "bzip2 -d stage1-x86-2004.2.tar.bz2")

Dazu habe ich aber nun zwei Fragen:

Am Ende vom "emerge sync" kommt folgende Meldung:

Code: Select all

 * An update to portage is available. It is _highly_ recommended
 * that you update portage now, before any other packages are updated.
 * Please do so and then update ALL of your configuration files.
Sollte ich nun erst einen "emerge portage" machen oder erst das "/etc/make.conf" bearbeiten?

Testweise habe ich dann mal ein "emerge portage" gemacht und nach dem Ã?berprüfen der Abhängigkeiten wurden daraufhin die Sourcen zum Kernel 2.4.21 heruntergeladen. Das verwundert mich doch ein wenig, als aktuell würde ich das nicht gerade bezeichnen. Weil der "Speed" auch nur bei ca. 15 KB/sec lag habe ich an dieser Stelle abgebrochen. Ist das notwendig so oder kann ich irgendwo einstellen, dass ich gleich den 2.6.10 oder zumindest 2.4.28 haben möchte?

Danke.

t0x1c
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Re: Gentoo Installation auf Rootserver

Post by t0x1c »

Hi

am besten wäre es, würdest Du dich an die Anleitung auf gentoo.org halten. Es langt locker, wenn Du portage nach erfolgreicher Installation updatest..
Ist das notwendig so oder kann ich irgendwo einstellen, dass ich gleich den 2.6.10 oder zumindest 2.4.28 haben möchte?
Siehe Anleitung, emerge gentoo-sources bzw. emerge gentoo-dev-sources

MfG
t0x1c

jayc
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Re: Gentoo Installation auf Rootserver

Post by jayc »

Ich kann mich t0x1c nur anschliessen. Nimm lieber die aktuelle offizielle Doku
:arrow: http://www.gentoo.org/doc/de/handbook/handbook-x86.xml

tally
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Re: Gentoo Installation auf Rootserver

Post by tally »

Habt ihr vielleicht Beispiele für eine sinnvolle Belegung der USE-Variable bei einem Rootserver (Apache2, PHP, MySQL, Postfix)?

Macht es Sinn, alle Werte in usr/portage/profiles/use.desc einzeln zu prüfen und entsprechend zu setzen?

Gibt es eigentlich eine Größenbeschränkung der USE-Variable?

andreask2
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Re: Gentoo Installation auf Rootserver

Post by andreask2 »

Hallo!

Zum Portage-Update, dazu steht in der Doku:
Falls Sie gewarnt werden, dass eine neue Portage Version verfügbar ist, sollten Sie diese Meldung ignorieren. Portage wird zu einem späteren Zeitpunkt während der Installation für Sie aktualisiert.
also wie schon gesagt wurde, einfach an die Anleitung halten.
tally wrote:Habt ihr vielleicht Beispiele für eine sinnvolle Belegung der USE-Variable bei einem Rootserver (Apache2, PHP, MySQL, Postfix)?
Ich habe sehr viel deaktiviert, vor allem alles was mit Desktop-Kram (x, alsa, kde, qt...) zu tun hat. Ich arbeite eher mit Package-spezifischen Use-Flags in der /etc/portage/package.use, denn je mehr Use-Flags global aktiviert sind, desto mehr Abhängigkeiten entstehen, und desto mehr Pakete werden installiert, die Du evtl. gar nicht brauchst. Wenn Du z.B. MySQL aktivierst, wird so ziemlich bei jeder Möglichkeit, wo man was mit MySQL dazuinstallieren kann, auch dazuinstalliert, ob mans braucht oder nicht. Daher setze ich Use-Flags lieber etwas restriktiv, und mache dann paket-spezifisch Ausnahmen - wenn es notwendig ist, was aber eher selten vorkommt. Was anderes ist es natürlich mit Sachen wie nptl, ipv6...
tally wrote:Macht es Sinn, alle Werte in usr/portage/profiles/use.desc einzeln zu prüfen und entsprechend zu setzen?
Lohnt sich IMHO, Tipp:

Code: Select all

emerge -s ufed
Ich hatte mal meine von damals gepostet, ist aber inzwischen noch ne Menge raus.

Im Augenblick sieht das bei mir so aus:

Code: Select all

USE="sse sse2 mmx -apache2 -oss -3dnow -apm -arts -avi 
-cups -encode -gpm -gtk -gtk2 -imlib -ipv6 -java -kde -gnome -libg++ -mikmod 
-motif -mpeg -oggvorbis -opengl -pdflib -perl -qt -quicktime -spell -svga 
-X -xmms -xv"
und die /etc/portage/package.use:

Code: Select all

dev-php/mod_php -* crypt flash gd jpeg gif memlimit mime mysql nls pcre png session simplexml spl truetype xml2 zlib
dev-php/php -* crypt flash gd jpeg gif memlimit mime mysql nls pcre png session simplexml spl truetype xml2 zlib
dev-php/php-cgi -* crypt flash gd jpeg gif memlimit mime mysql nls pcre png session simplexml spl truetype xml2 zlib
net-analyzer/cacti snmp
www-servers/lighttpd modcache mysql php ssl
Dann könnten noch folgende Threads interessant für Dich sein:
http://www.rootforum.org/forum/viewtopic.php?t=12089
http://forums.gentoo.org/viewtopic.php?t=221235

und http://www.hoetzel.info/jo/Hacking/Gentoo/Strato
tally wrote:Gibt es eigentlich eine Größenbeschränkung der USE-Variable?
Keine Ahnung, aber so viele gibt es ja auch wieder nicht, außerdem dienen sie ja nur zur Administration.


Grüße
Andreas

PS: Es soll in Zukunft wohl ein "Gentoo webserver handbook" geben: http://groups.google.de/groups?hl=de&lr ... at.bofh.it - weiß da jemand was drüber, wie der Status ist, oder wo man den aktuellen Stand einsehen kann?

tally
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Re: Gentoo Installation auf Rootserver

Post by tally »

andreask2 wrote:[...]
Ich habe sehr viel deaktiviert, vor allem alles was mit Desktop-Kram (x, alsa, kde, qt...) zu tun hat. Ich arbeite eher mit Package-spezifischen Use-Flags in der /etc/portage/package.use, denn je mehr Use-Flags global aktiviert sind, desto mehr Abhängigkeiten entstehen, und desto mehr Pakete werden installiert, die Du evtl. gar nicht brauchst. Wenn Du z.B. MySQL aktivierst, wird so ziemlich bei jeder Möglichkeit, wo man was mit MySQL dazuinstallieren kann, auch dazuinstalliert, ob mans braucht oder nicht. Daher setze ich Use-Flags lieber etwas restriktiv, und mache dann paket-spezifisch Ausnahmen - wenn es notwendig ist, was aber eher selten vorkommt. Was anderes ist es natürlich mit Sachen wie nptl, ipv6...
[...]
Super, sehr gute Info. Danke.

Ich bevorzuge immer den "plain vanilla" Kernel und möchte das auch unter Gentoo so fortführen. Allerdings habe ich diesbezüglich noch ein Verständnisproblem. Mit

Code: Select all

emerge vanilla-sources
könnte ich wohl problemlos die vanilla Kernelsourcen 2.4.28 installieren, aber die entsprechenden Sourcen für den 2.6.10 sind hart maskiert. Mit

Code: Select all

emerge development-sources
würde ich scheinbar einen von Gentoo gepachten 2.6.10-r1 bekommen. Mit

Code: Select all

emerge =vanilla-sources-2.6.10
bekomme ich zwar eine kurze Info, warum dieses Paket maskiert ist, aber verstehen tue ich das noch nicht. Ich könnte wohl den entsprechenden Eintrag aus "/usr/portage/profiles/package.mask" entfernen, habe aber keine Ahnung, was das für Konsequenzen hat.

Vereinfacht gesagt möchte ich mein Gentoo von Anfang an mit einem plain vanilla 2.6.10 hochziehen. Geht das und falls ja, was muß ich dafür tun?

andreask2
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Re: Gentoo Installation auf Rootserver

Post by andreask2 »

tally wrote:Ich bevorzuge immer den "plain vanilla" Kernel und möchte das auch unter Gentoo so fortführen.
Jas, das habe ich anfangs auch gemacht, inzwischen verwende ich grsec-sources, das sind die originalen vanilla Sourcen mit grsecurity patch. Hierzu habe ich die config vom Captain ( http://linux.roothell.org/kernel/config/ ) als Vorlage verwendet, eigentlich nur noch ein paar Dinge die gentoo gemäß Handbuch benötigt hinzugefüht, und für die Serielle Console. Ich verwende auch noch 2.4, da ich noch keinen Sinn sehe auf 2.6 upzudaten, zum einen findet noch die Entwicklung dort statt, außerdem brauche ich eigentlich keine der neuen Features besonder dringend. Vor allem von wegen Performance spielt er ja erst seine Vorteile unter hoher Last aus, und vor allem auf richtig dicken Maschinen. 2.4 ist schön stabil und läuft wunderbar.
tally wrote:Allerdings habe ich diesbezüglich noch ein Verständnisproblem. Mit

Code: Select all

emerge vanilla-sources
könnte ich wohl problemlos die vanilla Kernelsourcen 2.4.28 installieren, aber die entsprechenden Sourcen für den 2.6.10 sind hart maskiert. Mit

Code: Select all

emerge development-sources
würde ich scheinbar einen von Gentoo gepachten 2.6.10-r1 bekommen.
Siehe auch http://www.gentoo.org/doc/en/gentoo-kernel.xml

Demnächst soll aber der 2.6er der Standard-Kernel (vanilla-sources) werden: http://www.gentoo.org/news/en/gwn/20050 ... #doc_chap2


tally wrote:Mit

Code: Select all

emerge =vanilla-sources-2.6.10
bekomme ich zwar eine kurze Info, warum dieses Paket maskiert ist, aber verstehen tue ich das noch nicht.
vanilla-sources ist vanilla 2.4, development-sources ist vanilla 2.6. Wie gesagt wird sich das irgendwann ändern. Wenn Du 2.6 willst, brauchst Du im Moment noch development-sources.
http://packages.gentoo.org/search/?sstr ... nt-sources
http://packages.gentoo.org/search/?sstr ... la-sources
tally wrote:Vereinfacht gesagt möchte ich mein Gentoo von Anfang an mit einem plain vanilla 2.6.10 hochziehen. Geht das und falls ja, was muß ich dafür tun?

Code: Select all

emerge development-sources
Jedenfalls sehr genau an http://www.gentoo.org/doc/de/handbook/handbook-x86.xml halten. z.B.: http://www.gentoo.org/doc/de/handbook/h ... #doc_chap2

oxygen
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Re: Gentoo Installation auf Rootserver

Post by oxygen »

tally wrote: Testweise habe ich dann mal ein "emerge portage" gemacht und nach dem Ã?berprüfen der Abhängigkeiten wurden daraufhin die Sourcen zum Kernel 2.4.21 heruntergeladen.
Die wurden wahrscheinlich als kernel-headers (nötig uA zu bau der glibc geladen)

andreask2
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Re: Gentoo Installation auf Rootserver

Post by andreask2 »

andreask2 wrote:Demnächst soll aber der 2.6er der Standard-Kernel (vanilla-sources) werden: http://www.gentoo.org/news/en/gwn/20050 ... #doc_chap2

vanilla-sources ist vanilla 2.4, development-sources ist vanilla 2.6. Wie gesagt wird sich das irgendwann ändern. Wenn Du 2.6 willst, brauchst Du im Moment noch development-sources.
Hierzu gibt es übrigens neue Infos im aktuellen Gentoo Newsletter: http://www.gentoo.org/news/en/gwn/20050 ... hap1_sect2