xfs Dateisystem auf Rootserver?

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moppi
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xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by moppi » 2004-07-19 10:17

Hallo,

ich habe in den letzten Tagen mich beschäftigt welches Dateisystem ich für meine Rootpartition künftig einsetze. Dabei kam die Frage auf ob xfs nicht interessant wäre?
Ich habe darüber eine Menge gelesen, und bin der Meinung das es schon einige Vorteile gegenüber ext3 hat.
Nun die Frage an den erfahrenen Anwender: ist das System zu mager?

Ich selber habe einen RootStart Celeron 1.2Ghz mit 256MB RAM.

Dazu kommt die Frage auf, ob das 1&1 Rescue System auch die xfsutils beinhaltet um Wartungen am Dateisystem durchzuführen? Denn ich traue den Festplatten dort nicht über den weg... ;)

Wer kann objektive Meinungen liefern für den Einsatz eines xfs Dateisystems auf dem 1&1 Rootserver?

Vielen Dank
Daniel

captaincrunch
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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by captaincrunch » 2004-07-19 11:05

Dazu kommt die Frage auf, ob das 1&1 Rescue System auch die xfsutils beinhaltet um Wartungen am Dateisystem durchzuführen? Denn ich traue den Festplatten dort nicht über den weg...
Aus haargenau diesem Grund würde ich wenigstens für's / nicht XFS nutzen, selbst wenn der Support dafür im Rescuesystem gegeben wäre. Darüber hinaus: was versprichst du dir von einem XFS-/? Da passiert so wenig, dass sich das eigentlich kaum lohnen dürfte.
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echo "[q]sa[ln0=aln256%Pln256/snlbx]sb729901041524823122snlbxq"|dc

moppi
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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by moppi » 2004-07-19 11:16

Ich empfand XFS als angenehm in sachen Temporäre Dateien, Fragmentierung usw.
Das Problem ist das ich viele viel kleine Dateien habe die nicht mal 1kb Groß sind nur einige Bytes. Und Reiser kann ich nicht einsetzen, da ich den Quota Support benötige.
Von den Gesichtspunkten her kam die Ã?berlegung.

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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by captaincrunch » 2004-07-19 11:17

(Nicht nur) In dem Fall würde eine geeignete Partitionierung allein schon extrem weiterhelfen. ;)
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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by moppi » 2004-07-19 11:26

Du meinst bezüglich unterschiedlicher Inode Dichte?

thorsten
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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by thorsten » 2004-07-19 12:05

ich meine das kann man auch beim 2.4er nutzen:
http://www.kubieziel.de/computer/hallow ... .html#ext3

sascha
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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by sascha » 2004-07-19 15:46

Moppi wrote: Dazu kommt die Frage auf, ob das 1&1 Rescue System auch die xfsutils beinhaltet um Wartungen am Dateisystem durchzuführen? Denn ich traue den Festplatten dort nicht über den weg... ;)
Das Rescue System hat schon seit ewigkeiten XFS Support und auch 1&1 setzt es seit ein paar Wochen (Monaten?) auf den Rooties ein. Zwar nicht auf der / Partition aber auf allen anderen. http://faq.1und1.de/server/root_server/allgemein/1.html

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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by moppi » 2004-07-19 16:27

mir ging es vielmehr darum das xfs ja "agressiv vom speicher gebrauch macht" ob der einsatz überhaupt sinn macht, oder gar durch diese nutzung durch relativ schwache hardware die performance leidet statt sich zu verbessern.

aus der Partitionierung wie beschrieben werde ich nicht so ganz schlau.
und warum hat die /dev/hda1 kein bootable flag?`braucht grub das nicht?

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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by dodolin » 2004-07-19 16:31

Ich empfand XFS als angenehm in sachen Temporäre Dateien, Fragmentierung usw.
Das Problem ist das ich viele viel kleine Dateien habe die nicht mal 1kb Groß sind nur einige Bytes.
(Nicht nur) In dem Fall würde eine geeignete Partitionierung allein schon extrem weiterhelfen.
Dem kann ich nun nicht zustimmen. Nach allem, was ich bisher von XFS gelesen habe, ist es äußerst stabil und ausgereift (z.b. im Gegensatz zu Reiser) und gerade in obigem Szenario deutlich performanter als z.B. ext2/3. In sofern würde ich auch dazu raten.

Ich bin der Meinung, dass auch MIT geeigneter Partitionierung noch Bedarf für XFS vorhanden sein kann. Z.B. für nen Mailspool auf dem der MTA wirklich viel zu tun hat.

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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by captaincrunch » 2004-07-19 16:50

Ich bin der Meinung, dass auch MIT geeigneter Partitionierung noch Bedarf für XFS vorhanden sein kann. Z.B. für nen Mailspool auf dem der MTA wirklich viel zu tun hat.
Wir reden hier aber immer noch über stinknormale Rootserver, und nicht über High-Performance-Kisten, oder? ;)
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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by dodolin » 2004-07-19 17:12

Wir reden hier aber immer noch über stinknormale Rootserver, und nicht über High-Performance-Kisten, oder?
Ich denke, auch mit nem Rootserver lassen sich mit entsprechender Optimierung ganz passable Mail-Durchsatz-Leistungen erzielen. Allerdings sollte man irgendwann dann vielleicht doch mal wenigstens über sowas wie RAID und Co. nachdenken, wenn es mal soweit ist...

PS: Und vermutlich würde sich mit nem Wechsel von IDE auf SCSI ein Vielfaches dessen gewinnen lassen, was man mit einem Wechsel von ext3 auf xfs gewinnt.

Anyway, es wird immer Leute geben, die versuchen aus der aktuellen Kiste das Maximum rauszuholen - selbst wenn das objektiv eigentlich gar nicht nötig wäre...

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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by sascha » 2004-07-19 17:36

Moppi wrote: aus der Partitionierung wie beschrieben werde ich nicht so ganz schlau.
und warum hat die /dev/hda1 kein bootable flag?`braucht grub das nicht?
IMHO nein. Es reicht ja wenn er sich im MBR befindet.

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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by moppi » 2004-07-19 20:34

Anyway, es wird immer Leute geben, die versuchen aus der aktuellen Kiste das Maximum rauszuholen - selbst wenn das objektiv eigentlich gar nicht nötig wäre...
Also ich will ja nun nicht als Spinner gelten, aber ich bezahle für das System und möchte es einfach effektiver nutzen und ich meine das Suse einfach zu fett ist und man auch so durch raffinierten Einsatz anderer Hilfsmittel eine ganz andere Qualität erreichen kann.

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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by captaincrunch » 2004-07-19 20:41

Ich denke, auch mit nem Rootserver lassen sich mit entsprechender Optimierung ganz passable Mail-Durchsatz-Leistungen erzielen.
Schon klar. Deine Definition von "passablem Maildurchsatz" würde mich dann jetzt aber mal extrem interessieren. ;) Meine nächsten beiden Einwände dazu hast du dafür aber immerhin schon vorweg genommen. :-D
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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by dodolin » 2004-07-19 22:24

Deine Definition von "passablem Maildurchsatz" würde mich dann jetzt aber mal extrem interessieren.
Kann ich dir leider nicht sagen, weil ich
a) keine solchen Mailaufkommen habe und
b) keinen unbegrenzten Freitraffic habe. ;)

Ich schätze aber ganz grob, dass man mit nem Standardrootserver schon an die 100.000 Mails pro Tag durch kriegt - und ich denke schon, dass das ganz "passable" Zahlen sind. :)

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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by captaincrunch » 2004-07-20 08:32

100.000 Mails/Tag sind nicht mal 5 Messages pro Minute. Da brauchst du nicht einmal ein "gutes" Filesystem. ;)
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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by moppi » 2004-07-20 08:57

Hey Leute Ihr schweift total vom Thema ab ich wollte keine Spamschleuder installieren? :D

Ich habe mir jetzt einen Root L angemietet, Suse werde ich darauf nur nicht in betrieb nehmen... Ich möchte dort Gentoo installieren.

Der Apache2 unter Gentoo schmeisst Standardmäßig ja alles unter /var/www/localhost/htdocs ab. Ich weiss man kann das Ã?ndern... möchte ich aber nicht.

Wie Partitioniere ich denn dort effektiv? Ich hätte vermutlich der einfacheit halber das / als xfs und /boot als ext2 formatiert und partitioniert also inkl. Swappartition von 256MB.

Das dürfte doch nichts an Performance büßen oder sehe ich da was falsch?

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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by andreask2 » 2004-07-20 10:50

Moppi wrote:Ich habe mir jetzt einen Root L angemietet, Suse werde ich darauf nur nicht in betrieb nehmen... Ich möchte dort Gentoo installieren.
Sehr vernünftig ;-)

Vielleicht würde ich noch wenige Tage warten, denn: http://www.gentoo.org/proj/en/releng/re ... 2004.2.xml ;-)

Die x86 Stages etc. sind AFAIK schon fertig, werden glaube ich ab heute abend oder morgen auf die Mirror verteilt.

Hätte den Vorteil dass Du nach der Installation weniger aktualisieren musst, keine configs mergen...
Der Apache2 unter Gentoo schmeisst Standardmäßig ja alles unter /var/www/localhost/htdocs ab. Ich weiss man kann das Ã?ndern... möchte ich aber nicht.

Wie Partitioniere ich denn dort effektiv? Ich hätte vermutlich der einfacheit halber das / als xfs und /boot als ext2 formatiert und partitioniert also inkl. Swappartition von 256MB.

Das dürfte doch nichts an Performance büßen oder sehe ich da was falsch?
Naja, ich glaube auch nicht dass Du einen großartigen Unterschied merkst, wenn Du jetzt xfs statt ext3 verwendest. ext3 ist aber in meinen Augen sehr zuverlässig.

Guck Dir auch mal http://www.gentoo.org/doc/de/gentoo-sec ... #doc_chap5 an.

Swap xfs? Ich verwende da immer eine eigene Partition und "mkswap".

Naja, selbst wenn xfs bei solchen Dateien merkbar schneller ist als ext3, dann bewegt sich das in Bereichen die man erst bemerkt, wenn Du täglich Zugriffe im Millionen-Bereich hast. Und wenn ich sowas hätte, würde ich mich bevor ich mich um das Dateisystem kümmere erstmal um ordentliches Caching kümmern, z.B. die htdocs im RAM halten... das ist dann schneller als jedes Dateisystem.

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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by moppi » 2004-07-20 11:29

Hallo andreas,

wenn ich richtig verstanden habe, dann kann ich schon die neuen stage archives benutzen?
swap xfs ;) hehe das war wohl kummunikationsfehler...

Aber mal zurück zur Partitionierung, ich würde es so machen:

Code: Select all

/dev/hda1     /boot     etx2
/dev/hda2     swap
/dev/hda3     /     ext3
Ich sehe da eigentlich kein Problem darin, zumindest kann ich aus den insgesamt gelesenen Texten (nicht nur hier) keinen brauchbaren Vorteil für einen Webserver schließen.

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Re: xfs Dateisystem auf Rootserver?

Post by andreask2 » 2004-07-20 13:43

Moppi wrote:wenn ich richtig verstanden habe, dann kann ich schon die neuen stage archives benutzen?
prinzipiell schon, nur liegen die Stages noch in den Verzeichnissen der Devs, ich weiß nicht so 100%ig wie das bei Gentoo funktioniert, aber ich denke, morgen, wenn alle Dateien da sind, werden die auf einen Server verschoben, von wo aus sich dann nach und nach die Mirror per rsync die neuen Dateien ziehen, was je nach Mirror aber ein paar Tage dauern kann. So wie ich die Diskussion des releng-teams richtig verstanden habe sind die finalen x86 Pakete komplett online.

http://dev.gentoo.org/~beejay/2004.2/

Wenn Du die Zeit hast würde ich lieber noch 1-3 Tage warten, und von einem offiziellen Mirror runterladen.
swap xfs ;) hehe das war wohl kummunikationsfehler...
Dann ist ja gut ;)
Aber mal zurück zur Partitionierung, ich würde es so machen:

Code: Select all

/dev/hda1     /boot     etx2
/dev/hda2     swap
/dev/hda3     /     ext3
Ich sehe da eigentlich kein Problem darin, zumindest kann ich aus den insgesamt gelesenen Texten (nicht nur hier) keinen brauchbaren Vorteil für einen Webserver schließen.
Ja, so habe ich es jetzt auch. Ich hatte es vorher mit dem Vorschlag des Gentoo Sicherheits-Howtos versucht, und noch ein paar andere Dinge, aber ich hab den Server nicht gebootet bekommen. Dann habe ich es nochmal, eher 0815-mäßig probiert und es war überhaupt kein Probelm.

Prinzipiell will ich aber trotzdem diese Partitionen haben, denn das hat einige Vorteile. Du kannst kompletten Partitionen z.B. bestimmte Rechte entziehen (z.B. keine Dateien in /tmp ausführen, kein suid...), das finde ich durchaus praktisch. Dazu kommt dass Du etwas die Fragmentierung eindämmst, was Performance-mäßig sicher kein Nachteil ist. Und es kann niemand so ohne weiteres Deine komplette Platte zumüllen, so dass nichts mehr geht.

siehe auch: http://www.rootforum.org/forum/viewtop ... ght=gentoo

Grüße
Andreas