Eigener Root-Server
Posted: 2008-09-11 16:30
Hallo Zusammen,
Vorab meine aktuelle Situation:
Ich bin langjähriger PHP-Programmierer (halbberuflich und halbprivat). Ich habe daher diverse Webauftritte realisiert (Beruflich sowie Privat). Die Privaten Webauftritte liegen auf einem anderen Webhosting als die geschäftlichen.
Bei den geschäftlichen Auftritten (u.a. ein CRM-System) treten aber je länger je häufiger folgende Probleme auf:
- Geschwindigkeit des CRM's ungenügend
- Erreichbarkeit teilweise schwach
- Sicherheit und Backup nur über Cronejob und FTP
- Verwaltung nur über Plesk-Oberfläche
- Probleme bei der Rechtevergabe auf diesem Server -> Server verstellt teilweise Verzeichnisrechte, was ein Teilausfall des CRM bedeutet.
Bei den Privaten auftritten besteht im Moment das Problem, dass ich auf einige Domains keine Mailaccounts anlegen kann, da dies nur über ein zusätzliches Webhosting möglich wäre.
Zudem haben wir hier im Geschäft einen Exchange-Mailserver stehen, den ich dann ablösen möchte.
Nun darf ich mir beruflich einen Root-Server zulegen. Ins Auge gefasst habe ich einen Hetzner DS3000...dieser würde mir komplett vom Arbeitgeber bezahlt werden (Einrichtungsgebühren würde ich übernehmen, dafür darf ich den auch privat nutzen). Hetzner weil von mir aus gesehen das Preis / Leistungsverhätnis stimmt, und auch die Leistung ausreichend sein dürfte, dazu weiter unten mehr...
Ich habe von Linux-Systemen schon einwenig Erfahrung, aber halt eher noch im Anwender als im Administrationsbereich (Bis auf Apache und PHP-Konfiguration). Ich weis, dass man keinen Root-Server betreiben soll, wenn man keine Ahnung hat, ich weis aber auch das ich in Sachen Sicherheit bereits so einiges weis (Aus Windows-Serverumgebung, aus 2-wöchtentlichem CT-lesen seit 5 jahren etc.), und ich traue mir dies soweit "eigendlich" zu.
Das ich überhaupt ein Problem habe liegt daran, dass wir den Webhost bis ende Jahr künden müssen, ansonsten läuft das Ding noch ein Jahr...ich habe also "nur" 2.5 Monate Zeit...ansonsten würde ich mir einfach mal 1 Jahr lang zuhause nen Testserver aufsetzen und damit rumexperimentieren..die Zeit fehlt aber.
Was habe ich vorgesehen:
Hetzner DS3000 mit Debian 4.0 Etch - LAMP (64-Bit)
Apache Einrichtung mit non-IP-virtual-hosts
Debian woody Mailserver mit Cyrus IMAPd, Postfix MTA, Spamassassin
Fragen:
Konfiguration
Was haltet ihr von meiner gewählten Konfiguration? Insbesondere beim Betriebssystem bin ich nicht 100% sicher und ist für mich eine der schwierigsten Entscheidungen.
Firewall
Hetzner hat, wie ich gelesen habe, keine Firewall vorgeschaltet, was mich, der eigendlich immer überall ne Hardware-Firewall vorschalte, ehrlich verwundert hat. Dürfte aber wohl mit der Geschwindigkeit zusammenhangen.
Ich weis, das eine Softwarefirewall nicht wirklich viel bringt, aber im Detail bei Debian im Serverbetrieb weis ich hier nichts drüber. Sollte ich noch eine Softwarefirewall installieren?
Geschwindigkeit
Was ich auf keinen Fall möchte (könnt ich auch nicht vor meinem Chef verantworten) ist eine "Verschlechterung" der Geschwindigkeit. Ich weis, das ein Mailserver ziemlich viel an Resourcen fressen kann, weis aber nicht wie dies bei Debian ausschaut und ab wie vielen Usern diese Aussage zählt. Zurzeit haben wir ca. 15 Mailuser mit jeweils ca. 5-10 Mails pro Tag (spam nicht mit eingerechnet). Nach meinem Gefühlt dürfte dies wohl kaum was an Leistung fressen, oder habe ich hier falsche Vorstellungen? Der Server ist doch eher Over als Under-sized für diese Aufgaben, richtig?
Updates
Gerade im Bereich Sicherheit spielen regelmässige Updates eine der wichtigsten Rollen. Vorinstalliert wird das System, ist es aber nun sehr komplex und aufwendig, das System auf dem aktuellen Stand zu halten? Ich habe mir gedacht, 1x wöchentlich diese Updates einzuspielen...das könnte ich vom Aufwand her noch verantworten. Ist dies Sinnvoll oder viel zu wenig?
Zeitfrage
Wie gesagt müsste der Server binnen 2.5 Monate laufen. Insbesondere die Mails dürften keinen längeren Ausfall (>1 Tag) haben, da dies für eine Firma selten gut ist. Ist dies realistisch hinzukriegen, oder werd ich mir 100% die Finger verbrennen?
Spam
Mein Chef hat dies genehmigt unter der Voraussetzung, dass er danach weniger "Spam" erhält. Aktuell laufen die Mails über einen Exchange-Server ohne wirklichen Spam filter (Manuelles verschieben nach "Spam" bewirkt nur, dass zukünftige Mails vom Absender als spam deklariert werden...). Es ist nicht vermessen wenn ich ihm sage, dass bei dieser Konfiguration wesentlich weniger Spammails durchkommen, oder? (Eine Installation eines Spamfilters auf dem Exchange-Server steht ausser Frage, da dieser Server von meinem Vorgänger so vermurkst wurde, dass ich daran gar nichts verändere...).
Mailserver
Gibt es irgendwelche Einschränkungen im Vergleich zu einem Exchange-Server? Ein Problem hätte ich, aber da habt ihr mir sicherlich auch ne Lösung für:
Unsere Firma hat im Exchange-Server einen Öffentlichen Kalender auf welche alle zugriff haben und in welchem alle ihre Termine eintragen. Dies ist für die Übersicht eine sehr gute Lösung. Für sowas gibt es doch sicherlich auch eine Linux-Lösung? Als Clients wird Microsoft Outlook benützt, dies ist bei dem obigen Mailserver auch möglich? Was ist mit den Adressbüchern? Oder sollte ich die Clients wechseln (was ich sicherlich nur mit guter Begründung tun könnte...)
So, das wärs fürs erste an Fragen. Wer dies hier liest, bei dem Bedanke ich mich schon alleine fürs lesen des langen textes :), und fürs darauf Antworten sowieso.
Ich möchte, wie wohl jeder, keine Antwort wie "Rootserver sind nichts für Leute wie dich", ausser es liegt eine ausführliche Begründung dafür vor (oder ein entsprechend guter Link). Ich bin Informatiker, und muss dies, will ich mich in meinem Bereich weiterbilden, sowieso irgendwie alles lernen....
Gruss aus der Schweiz
Bieler
Vorab meine aktuelle Situation:
Ich bin langjähriger PHP-Programmierer (halbberuflich und halbprivat). Ich habe daher diverse Webauftritte realisiert (Beruflich sowie Privat). Die Privaten Webauftritte liegen auf einem anderen Webhosting als die geschäftlichen.
Bei den geschäftlichen Auftritten (u.a. ein CRM-System) treten aber je länger je häufiger folgende Probleme auf:
- Geschwindigkeit des CRM's ungenügend
- Erreichbarkeit teilweise schwach
- Sicherheit und Backup nur über Cronejob und FTP
- Verwaltung nur über Plesk-Oberfläche
- Probleme bei der Rechtevergabe auf diesem Server -> Server verstellt teilweise Verzeichnisrechte, was ein Teilausfall des CRM bedeutet.
Bei den Privaten auftritten besteht im Moment das Problem, dass ich auf einige Domains keine Mailaccounts anlegen kann, da dies nur über ein zusätzliches Webhosting möglich wäre.
Zudem haben wir hier im Geschäft einen Exchange-Mailserver stehen, den ich dann ablösen möchte.
Nun darf ich mir beruflich einen Root-Server zulegen. Ins Auge gefasst habe ich einen Hetzner DS3000...dieser würde mir komplett vom Arbeitgeber bezahlt werden (Einrichtungsgebühren würde ich übernehmen, dafür darf ich den auch privat nutzen). Hetzner weil von mir aus gesehen das Preis / Leistungsverhätnis stimmt, und auch die Leistung ausreichend sein dürfte, dazu weiter unten mehr...
Ich habe von Linux-Systemen schon einwenig Erfahrung, aber halt eher noch im Anwender als im Administrationsbereich (Bis auf Apache und PHP-Konfiguration). Ich weis, dass man keinen Root-Server betreiben soll, wenn man keine Ahnung hat, ich weis aber auch das ich in Sachen Sicherheit bereits so einiges weis (Aus Windows-Serverumgebung, aus 2-wöchtentlichem CT-lesen seit 5 jahren etc.), und ich traue mir dies soweit "eigendlich" zu.
Das ich überhaupt ein Problem habe liegt daran, dass wir den Webhost bis ende Jahr künden müssen, ansonsten läuft das Ding noch ein Jahr...ich habe also "nur" 2.5 Monate Zeit...ansonsten würde ich mir einfach mal 1 Jahr lang zuhause nen Testserver aufsetzen und damit rumexperimentieren..die Zeit fehlt aber.
Was habe ich vorgesehen:
Hetzner DS3000 mit Debian 4.0 Etch - LAMP (64-Bit)
Apache Einrichtung mit non-IP-virtual-hosts
Debian woody Mailserver mit Cyrus IMAPd, Postfix MTA, Spamassassin
Fragen:
Konfiguration
Was haltet ihr von meiner gewählten Konfiguration? Insbesondere beim Betriebssystem bin ich nicht 100% sicher und ist für mich eine der schwierigsten Entscheidungen.
Firewall
Hetzner hat, wie ich gelesen habe, keine Firewall vorgeschaltet, was mich, der eigendlich immer überall ne Hardware-Firewall vorschalte, ehrlich verwundert hat. Dürfte aber wohl mit der Geschwindigkeit zusammenhangen.
Ich weis, das eine Softwarefirewall nicht wirklich viel bringt, aber im Detail bei Debian im Serverbetrieb weis ich hier nichts drüber. Sollte ich noch eine Softwarefirewall installieren?
Geschwindigkeit
Was ich auf keinen Fall möchte (könnt ich auch nicht vor meinem Chef verantworten) ist eine "Verschlechterung" der Geschwindigkeit. Ich weis, das ein Mailserver ziemlich viel an Resourcen fressen kann, weis aber nicht wie dies bei Debian ausschaut und ab wie vielen Usern diese Aussage zählt. Zurzeit haben wir ca. 15 Mailuser mit jeweils ca. 5-10 Mails pro Tag (spam nicht mit eingerechnet). Nach meinem Gefühlt dürfte dies wohl kaum was an Leistung fressen, oder habe ich hier falsche Vorstellungen? Der Server ist doch eher Over als Under-sized für diese Aufgaben, richtig?
Updates
Gerade im Bereich Sicherheit spielen regelmässige Updates eine der wichtigsten Rollen. Vorinstalliert wird das System, ist es aber nun sehr komplex und aufwendig, das System auf dem aktuellen Stand zu halten? Ich habe mir gedacht, 1x wöchentlich diese Updates einzuspielen...das könnte ich vom Aufwand her noch verantworten. Ist dies Sinnvoll oder viel zu wenig?
Zeitfrage
Wie gesagt müsste der Server binnen 2.5 Monate laufen. Insbesondere die Mails dürften keinen längeren Ausfall (>1 Tag) haben, da dies für eine Firma selten gut ist. Ist dies realistisch hinzukriegen, oder werd ich mir 100% die Finger verbrennen?
Spam
Mein Chef hat dies genehmigt unter der Voraussetzung, dass er danach weniger "Spam" erhält. Aktuell laufen die Mails über einen Exchange-Server ohne wirklichen Spam filter (Manuelles verschieben nach "Spam" bewirkt nur, dass zukünftige Mails vom Absender als spam deklariert werden...). Es ist nicht vermessen wenn ich ihm sage, dass bei dieser Konfiguration wesentlich weniger Spammails durchkommen, oder? (Eine Installation eines Spamfilters auf dem Exchange-Server steht ausser Frage, da dieser Server von meinem Vorgänger so vermurkst wurde, dass ich daran gar nichts verändere...).
Mailserver
Gibt es irgendwelche Einschränkungen im Vergleich zu einem Exchange-Server? Ein Problem hätte ich, aber da habt ihr mir sicherlich auch ne Lösung für:
Unsere Firma hat im Exchange-Server einen Öffentlichen Kalender auf welche alle zugriff haben und in welchem alle ihre Termine eintragen. Dies ist für die Übersicht eine sehr gute Lösung. Für sowas gibt es doch sicherlich auch eine Linux-Lösung? Als Clients wird Microsoft Outlook benützt, dies ist bei dem obigen Mailserver auch möglich? Was ist mit den Adressbüchern? Oder sollte ich die Clients wechseln (was ich sicherlich nur mit guter Begründung tun könnte...)
So, das wärs fürs erste an Fragen. Wer dies hier liest, bei dem Bedanke ich mich schon alleine fürs lesen des langen textes :), und fürs darauf Antworten sowieso.
Ich möchte, wie wohl jeder, keine Antwort wie "Rootserver sind nichts für Leute wie dich", ausser es liegt eine ausführliche Begründung dafür vor (oder ein entsprechend guter Link). Ich bin Informatiker, und muss dies, will ich mich in meinem Bereich weiterbilden, sowieso irgendwie alles lernen....
Gruss aus der Schweiz
Bieler