Pandur2000 wrote:Okay, ich will es mal etwas milder ausdrücken: Eine gewisse Grundkenntnis von Servern, Linuxarchitektur und BIG-NONOs sollte man sich vorher aneignen.
na, also.
Trotzalledem: Man hat so schnell eine unsichere Umgebung geschaffen wenn man ohne Recherche bastelt, das passiert nicht nur Anfängern. Meistens nur denen, die sich nicht ausreichend erkundigen bevor sie loslegen.
Jetzt betreibst du Begriffsklauberei. Jemand der etwas betreibt oder an etwas rumbastelt über das er sich nicht informiert hat, ist im Sprachgebrauch hier nunmal Anfänger bei dem jeweiligen Thema.
Außerdem: Jemand der Grundlagenkenntnisse hat, kann im Falle eies Falles schnell reagieren. Er weißt prinzipiell in welche Logs er schauen kann, welche Diagnose-Befehle ihm zur Verfügung stehen, und wie er herausfindet welche Dienste Probleme machen und wie man ggf. die Kiste vom Netz holt, Analye-Material sichert, und dann neu aufsetzt.
Der typische "Anfänger" über den man sich aufregt,
- merkt erst, dass was nicht stimmt, "wenn das System plötzlich langsamer wird",
- weigert sich die Kiste vom Netz abzuklemmen, "weil er laufen muß, da sind 'Kunden/wichtige Sachen/...' drauf", und er ein vielfaches an Zeit fürs neu aufsetzen brauchen würde, wie ein Erfahrener, und
- sieht nicht ein warum man die Kiste trotzdem neu aufsetzen muß, selbst wenn man das oberflächlichste Symptom eines Einbruchs beseitigt hat
usw. usw.
sondern das Auseinandersetzen mit Webservern und deren Begebenheiten.
Webserver, Mailserver, Systemmonitoring, Diagnosetools, Backups usw. Kann man alles sehr prima auf einem Lokalen System/VM sich einarbeiten.
Also ich hab es noch nicht geschafft eine annähernd gleiche Umgebung wie auf dem Root zu schaffen, von der Hardware mal ganz abgesehen.. Jeder Provider hat seine eigenen Images mit eigenen, sonderhaften Paketen - die einen arbeiten mit speziellen IMAPs, andere haben dies und jenes angepasst..
Wenn man sich daheim mit dem Thema auseinandergesetzt hat, und einen eigenen bevorzugten MTA etc. hat, dann kann man sich genau diese Umgebung auf dem Rootserver ebenso aufbauen. Macht natürlich keinen Sinn zuhause Qmail zu lernen, und dann auf dem Server plötzlich Sendmail nutzen zu wollen. Glücklicherweise zwingt einen ja auch keiner dazu.
Das Betreiben eines Rootservers kann man vielleicht vergleichen mit der Teilnahme am Straßenverkehr. Mit in bißchen Common Sense kann ich mich auch ohne Kenntnis der bunten Lichter und farbigen Schilder eine zeitlang ohne Unfälle durch den Verkehr schlingern (vielleicht reicht es solange aus, bis ich alles notwendige gelernt habe, vielleicht auch nicht). Aber mein Unfall
risiko ist deutlich höher, wenn ich Rechtsfahrgebot, Rechts-vor-Links, Vorfahrtsstraßen, Einbahnstraßen, Autobahnwendeverbot usw. nicht kenne und einfach drauf lose brettere. Wenn ich dann das Fahrzeug nicht warte (zu niedriger Luftdruck in den Reifen) und auch nicht weiß was die blinkenden Licher im Cockpit mir sagen wollen (ABS ausgefallen, verschlechterte Bremswirkung), dann ist der UNfall nur noch eine Frage der Zeit ("Nein, ich kann nicht in die Werkstatt, habe versprochen morgen in Oslo zu sein!"). Ja, zum Glück geht es bei Rootservern nicht um Leben und Tod, aber der mögliche Schaden für andere ist trotzdem erheblich - und er steigt überproportional mit der Anzahl solcher Leute.