holly wrote:Ich würde von euch gerne mal wissen, welches Betriebssystem (Suse oder Debian) ihr für einen Webserver und welches ihr für einen "normalen" Desktop Rechner nehmen würdet und warum (Vor-und Nachteile) bitte.
Ich nehme Suse Linux.
Angefangen habe ich mal mit Coheren 0.7.1 auf einer Commodore 900 und SCO Xenix 2.3.1 auf einem 386/25 mit 4 MB RAM. Meine Unix-Kenntnisse habe ich dann auf SunOS 4.1.3, Solaris 5, 6, 7, 8 und 9, NextSTEP, AIX 3.2.5, OSF/1, FreeBSD und HP/UX 9 und 10 vervollständigt, bis ich dann über Esix, Interactive Unix und Amiga Unix sowie einigen anderen SVR4's bei Linux gelandet bin. Meine erste Distri war SLS, später Slackware, , Yggdrasil, DLD und dann was immer aus dem Netz gefallen ist.
Ich nehme Suse Linux, weil ich es leid bin, meinen Krempel selber zu compilieren und zu konfigurieren. Suse macht das meistens korrekt, und solange sie das tut, verwende ich die Distri. Wenn sie das nicht tut, zücke ich den Editor und konfiguriere selber - Suse hält dann brav das Maul. Wenn sie zickt, komm' ich mit dem Compiler, und am Ende editiere ich das Spec-File und sende das und meine Patches an Suse. Aber eigentlich bin ich aus dem Selber-Machen Alter raus, und Suse ist inzwischen gut genug für die meisten meiner Probleme.
Für einen Anfänger stellt sich die Frage, was er denn überhaupt erreichen will. Wenn man erst mal was zum Laufen kriegen will, ist Suse oder Mandrake^H^H^Hiva oder vielleicht (ungetesteterweise) auch kubuntu eine gute Wahl, weil einem die Distri jede Menge Arbeit abnimmt, und man sich erst einmal um das primäre Problem "Wie werde ich Arbeitsfähig?" kümmern kann - das ist wie mit dem Server: Man gibt so einem Klingelton-Clankind mit CS-Ambitionen ja auch keinen Rootserver in die Hand, ein Managed ist für den schon gefährlich genug. Am Ende macht der sowieso phpBB drauf und die Kiste wird zum Spamrelay, managed oder nicht.
Nicht mehr ganz blutige Anfänger werden dann übermütig und gehen in der Regel über Debian, Gentoo und LFS in die "jetzt mache ich endlich alles selber"-Ecke. Da bleiben sie dann in der Regel drei bis fünf Jahre und reifen vor sich hin, um sich danach für irgendeine Fertigdistri zu entscheiden - diejenige, die ihnen am wenigsten Schmerzen macht und die sie - wie ich - wenn sie zickt kurz züchtigen können.
Sieht man Linux und Unix auch als Karrierebaustein, sollte man sich unbedingt auch Solaris 10 Kenntnisse aneignen und sehen, daß man auch mal was anderes als PCs und PC-Unices in die Finger bekommt. Das ist viel, viel wichtiger als die Frage "Welche Distri?". Eine alte Indy oder Sparc von eBay mit Betriebssystem und Online-Handbüchern und - wenn man auch beim Netz mitreden können will - eine alte Cisco mit IOS können einem helfen, sich da informal zu qualifizieren. Natürlich sind die Kisten, die man kaufen kann, zu lahm um wirklich was sinnvolles damit zu machen, aber das ist hier nicht der Punkt.
Wenn ich Leute einstelle, und die auch was anderes als Linux gesehen habe, weiß ich, daß das richtige Admins sind und keine Scriptkinder.
Genauso verhält sich das mit Entwicklern: Wer nur PHP oder Java auf dem Zettel hat, ist halt ein Coderkind, ein richtiger Entwickler hat auch seinen Namen in irgendeinem C oder C++ Open Source Projekt mit drin. Ein richtiger Datenbanker kann neben MySQL auch ein wenig Postgres, Adabas, Oracle oder meinetwegen DB/2 - die gibt es ja inzwischen auch alle als Express-Edition zum freien runterladen.
In jedem Fall hilft so etwas mindestens, um bei der betreffenden Person die Perspektive zu korrigieren und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Dingen besser zu erkennen. Es hilft einem auch dabei, portablen Code zu produzieren oder S-c-h-e-i-Ã?-konzepte zu erkennen, wenn irgendein Coderkind sie in sein Zeugs einbaut, weil es bisher nur von der Küche bis ins Klo gedacht hat und nix von der Welt gesehen hat.