Hacker-Atacke - What To Do

Rund um die Sicherheit des Systems und die Applikationen
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Anonymous

Hacker-Atacke - What To Do

Post by Anonymous »

Hallo zusammen,

ich weiß dass es schon viele Posts zu diesem Thema gibt und einige wirklich gute How-Tos die ich mir in diesem Zusammenhang schon angesehen habe, aber nichtdestorotz fühle ich mich in Sachen Internetsecurity teilweise immer noch sehr unerfahren und möchte hier mal ein paar konkrete Fragen zu meinem Problem äussern:

Also, mein System, ein dedizierter Root-Server, den ich hobbymäßig für einen Gameserver betreibe, zeigt neuerlich ein Verhalten, das mich kein en Zweifel mehr haben lässt, dass ich gehakt wurde.


Das ganze fing vor einigen Wochen an, als ich bemerkte dass unser Traffic das 1Terabyte-Limit überschritt.

Da ich mich nicht wirklich tiefgreifend mit Überwachungstools auskenne habe ich "händisch" per netstat -a die Verbindungen im Auge behalten und siehe da um evtl die ein oder andere "ungewöhnliche" Verbindung zu finden. Zeitgleich habe ich natürlich die entsprechenden Logs im Auge behalten.

Auf meinem System laufen natürlich iptables und eine vom Provider bereitgestellte Firewall mit Default-Policy Deny und nur http, https, ssh und den Gameports freigegeben.

Dennoch fand ich in Netstat immer wieder Verbindungen für die ich nicht verantwortlich war. Und das ist noch untertrieben. Erst heute beobachete ich wie mein System mit SSH-Verbindungen regelrecht 'gefloodet' wurde.

Ein Blick in die auth.log gab folgendes Preis:

Code: Select all

Mar 19 06:47:05 sshd[2355]: Failed password for root from ::ffff:200.199.20.133 port 1702 ssh2
Mar 19 06:47:06 sshd[2355]: debug1: do_cleanup
Mar 19 06:47:06 sshd[2355]: debug1: PAM: cleanup
Mar 19 06:47:11 sshd[2386]: Connection from ::ffff:200.199.20.133 port 1810
Mar 19 06:47:13 sshd[2386]: reverse mapping checking getaddrinfo for gatekeeper.el-pe.org.br failed - POSSIBLE BREAKIN ATTEMPT!
Das ganze ungefähr 60 000 mal.

Code: Select all

/var/log# grep 200.199.20.133 auth.log |wc -w
6080
Eine der Verbindungen pickte ich über die locale Portnummer heraus um mit lsof bzw. fuser den zugehörigen Prozess herauszufinden, der mich zu folgendem Pfad führte:

Code: Select all

/etc/.. /ssh-scan

Und hier ist der Punkt an dem ich gedanklich aussteige. Mein auth.log spricht von einem möglichen Einbruchsversuch, durch massive SSH-Loginversuche, während das verantwortliche Binary in einem versteckten Ordner auf meinem System zu finden ist?

In meinem etc-Verzeichnis befinden sich zweiterhin folgende Files mit merkwürdiger Benutzerkennung:

Code: Select all

:/etc# ll ssh*
-rw-r--r--  1  503  503  880 Sep 26  2003 ssh_config
-rw-------  1  503  503  526 Sep 26  2003 ssh_host_key
-rw-r--r--  1  503  503  330 Sep 26  2003 ssh_host_key.pub
-rw-------  1  503  503  512 Mar 19 16:16 ssh_random_seed
während meine eigentliche ssh-Configuration sich in /etc/ssh befindet.

Ich habe also mit meinem Provider gesprochen, der mich an dieses Forum hier verwiesen hat. Bei dem Gespräch habe ich allerdings noch erfahren, dass es in letzer Zeit vermehrte Hacks über CMS-Systeme gab. Das würde dazu passen, dass ich das Programm ssh-scan nochmal in meinem CMS-Ordner fand. Aber wie kommt man über das CMS zu Schreibrechten in /etc???

Ich habe nichtsdestotroz also mein CMS auf die neueste Version gebracht (war da zugegeben etwas schlampig), sämmtliche Passwörter geändert sowohl im CMS als auch über die bash und weiß jetzt nicht was ich noch tun kann.

Ich habe bei meinen recherschen gelesen, dass man den ssh-deamon so konfigurieren kann, dass er über eine positiv-Liste nur bestimmte benutzernamen zur Anmeldung akzeptiert.
Bringt das was?

Ich habe mir chkrootkit besorgt, aus Angst vor evtl Hintertüren und es durchlaufen lassen mit folgener Ausgabe:

Code: Select all

p15157908:/etc# chkrootkit -q
You have     2 process hidden for readdir command
You have     2 process hidden for ps command
Warning: Possible LKM Trojan installed
4 deletion(s) between Thu Mar 16 02:36:23 2006 and Thu Mar 16 02:55:35 2006
Bis auf die Angabe eines Trojaners im System kann ich damit nicht viel anfangen und wäre dankbar für einen roten Faden an dem ich mich entlang hangeln könnte.
Google hat bezüglich der LKM-Trojaner Zeile nicht viel mehr hergegebe als Berichte von ein paar leuten bei denen sich die chkrootkit-Meldung als falscher Alarm erwies, was bei mir wohl nicht der Fall ist :/

Es bittet verzweifelt um Hilfe
Markus, ein verzweifelter root
Anonymous

Re: Hacker-Atacke - What To Do

Post by Anonymous »

Ok, nachdem ich die ominösen ssh-configs in /etc gelöscht habe, den ssh-sever neu gestartet und auch sämtliche auffälligen Ordner in denen sich binaries wie ssh-scan befanden beseitigt habe, ergibt sich mit chkrootkit nur noch:

Code: Select all

p15157908:/var/log# chkrootkit -q
4 deletion(s) between Thu Mar 16 02:36:23 2006 and Thu Mar 16 02:55:35 2006
Was heißt das jetzt für mich? Sieg für mich? Aber wie kann ich sowas in zukunft vermeiden. Ich lebte bisher wirklich in dem glauben das wichtigste für die System-Sicherheitgetan zu haben (firewall, regelmäßige backups, exponierte Dienste up to date halten)
chris76
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Re: Hacker-Atacke - What To Do

Post by chris76 »

Methos wrote:Das ganze fing vor einigen Wochen an, als ich bemerkte dass unser Traffic das 1Terabyte-Limit überschritt.
Du willst damit nicht wirklich sagen das der Server seit dem unverändert am Netz ist?!
:evil:
Gruß Christian

BofH excuses: YOU HAVE AN I/O ERROR -> Incompetent Operator error
Anonymous

Re: Hacker-Atacke - What To Do

Post by Anonymous »

chris76 wrote:
Methos wrote:Das ganze fing vor einigen Wochen an, als ich bemerkte dass unser Traffic das 1Terabyte-Limit überschritt.
Du willst damit nicht wirklich sagen das der Server seit dem unverändert am Netz ist?!
:evil:
'Türlich nicht! Ich hab ihn sofort in den Rescue-Mode gefahren, bzw. um besser dran arbeiten zu können, wieder normal gebootet alle exponierten Dienster runtergefahrenr und über die Serielle Konsole gearbeitet.

Im Moment läuft die Maschine allerdings wieder!?!
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Re: Hacker-Atacke - What To Do

Post by Joe User »

http://www.rootforum.org/faq/14_183_de.html

Und künftig spielst Du alle verfügbaren Updates für jede installierte Software (inkl. Scripts) sofort ein.
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then somebody will do it that way.“ -- Edward Aloysius Murphy Jr.
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Re: Hacker-Atacke - What To Do

Post by christian-wf »

Hallo Markus,
ich glaube, die beste Lösung ist hier, auch wenn sich das jetzt nach ziemlich viel Aufwand anhört, eine komplette Neuinstallation des Servers. Ansonsten kannst Du nicht zu 100 Prozent sicher sein, dass sich eventuell kompromittierte Dateien auf dem Server befinden, und der Angreifer wieder Zugriff auf den Server bekommt. Zukünftig würde ich Sicherheitsupdates für die installierte Software möglichst zeitnah installieren. Ich hab dafür die Mailinglisten des BSI abonniert, so dass ich die Informationen über neue Schwachstellen sofort bekomme.

Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei :)

Mfg. Christian
lambras
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Re: Hacker-Atacke - What To Do

Post by lambras »

Das hat man halt von diesen ganzen tollen Traffic-flat Angeboten.
Der teure Übertraffic war das letzte Argument, das Serveradmins klarmachte, dass ihre Server sicher sein müssen. Und das man sich gefälligst vorher mal mit der Materie auseinandersetzt, bevor man einen Server an eine 100 Mbit Leitung ins Internet stellt.

Aber so? Wenn die Kiste mal eben ein paar hundert GB Spams, Würmer, DoS Attacken und Co. durch die Gegend pustet, wen juckts, is ja alles inklusive...
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Re: Hacker-Atacke - What To Do

Post by timeless2 »

wegen deiner Nachfrage bzgl SSH:
Also das war nicht dein Problem und die Logs besagen auch nur, dass es gescheiterte Login-Versuche gab. Um das etwas abzusichern, ist sinnvoll direkten Root-Login zu unterbinden oder nur die Authentifizierung mittels Keys zuzulassen.
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Re: Hacker-Atacke - What To Do

Post by bobo »

timeless2 wrote:wegen deiner Nachfrage bzgl SSH:
Also das war nicht dein Problem und die Logs besagen auch nur, dass es gescheiterte Login-Versuche gab. Um das etwas abzusichern, ist sinnvoll direkten Root-Login zu unterbinden oder nur die Authentifizierung mittels Keys zuzulassen.
Das habe ich schon ein paar mal gelesen, wo kann ich darüber nachlesen was ich tun muss ?

Gruß
Dietmar
wgot
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Re: Hacker-Atacke - What To Do

Post by wgot »

bobo wrote:Das habe ich schon ein paar mal gelesen, wo kann ich darüber nachlesen was ich tun muss ?
http://www.rootforum.org/faq/14_122_de.html
http://www.rootforum.org/faq/14_38_de.html

Gruß, Wolfgang
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Re: Hacker-Atacke - What To Do

Post by bobo »

Zunächst Danke für die Info !
Ich habe das mit der Keyerstellung gemacht, komme aber mit meinem erstellten User immer noch per ssh rein ohne diesen Key ausgewählt zu haben ?

Gruß
Dietmar
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Re: Hacker-Atacke - What To Do

Post by Joe User »

Setze die Option UsePAM in der sshd_config auf no und starte den sshd neu.
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Re: Hacker-Atacke - What To Do

Post by bobo »

jetzt komme ich garnicht mehr rein :?

Wie binde ich den den Key id_rsa in Putty ein ?
rootsvr
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Re: Hacker-Atacke - What To Do

Post by rootsvr »

Normalerweise über pageant..
puttykeygen öffnen, id_rsa laden als putty key speichern und den in Pageant einbinden (addkey) sollte danach gefunden werden wenn Du dich als dieser User verbindest..

Normalerweise schaltet man ssh-pw login erst aus, wenn man das andere getestet hat...


Ich bin eh der meinung das PW Login durchaus berechtigung hat (wenn ich irgendwo bin wo ich meinen Key grade nicht zu hand hab), nur rootlogin (fürs Backup) erlaube ich ausschliesslich per key..
bobo
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Re: Hacker-Atacke - What To Do

Post by bobo »

danke, bin drin !!!

Gruß
Dietmar
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