Joe User wrote:besteht allgemeines Interesse an einem HowTo für die Remote-Installation von FreeBSD auf RootServern?
Was hast Du denn vor zu dokumentieren? Macht es ggf. Sinn, einen Merge mit
http://www.rootforum.org/wiki/FreeBSD_m ... ation_(de) zu machen? Dieser Artikel zielt auf die Rescue Systeme bei Hetzner und OVH; allerdings fehlt ein Abschnitt zum "depenguinieren" (mit mfsBSD o. ä.).
matzewe01 wrote:Wie ist eigentlich Deine Meinung zu FreeBSD als Web und Mailserver? wie oft muss man da mit massiven Releasewechseln rechnen und vor alle:
Wie Problematisch waren diese bisher?
Na ja, da unter FreeBSD die gleiche Mail- und Webserver-Software zu Verfügung steht wie unter $Linux-Distribution, ist der Unterschied nicht so dramatisch. FreeBSD arbeitet bei den Drittanbieter-Paketen (dort "Ports" genannt) mit Rolling Releases; d. h. wenn ein neues Apache-Release verfügbar ist, landet's auch über kurz oder lang in den Ports. Wenn man Ports upgraded (dafür gibt's auch nette Werkzeuge), muss man halt entsprechend vorsichtig sein und sein Hirn benutzen: "yum update" reißt einem das System meistens nicht in den Abgrund, aber ein "portmaster -adB" kann das schon hinbekommen. Wobei mittlerweile die meisten versionskritischen Ports (MySQL, PostgreSQL, etc.) für verschiedene Releases eigene Ports haben, so dass ein Upgrade z. B. MySQL nur innerhalb der 5.1er Versionen updated und nicht auf einmal ein 5.4 oder 5.5 draus macht :D
Beim Basis-System sind die Lebenszyklen relativ lang (>12 Monate), und Upgrades zwischen Minor Releases laufen ziemlich problemlos, da die API von Kernel und libc unverändert bleiben. Wenn man den Standard-Kernel verwendet, kann man das System sogar binär upgraden, das wäre dann mit einem Befehl erledigt. Beim Wechsel auf ein anderes Major Release (z. B. von 7.x zu 8.x) muss man allerdings i.d.R. alle Ports neu kompilieren, da sich die ABI von Kernel und libc ändern.
FreeBSD ist bei der Entwicklung etwas konservativer als Linux; in der Konsequenz warten Desktop-User eben mal ein, zwei Jahre auf ein neues Feature - dafür freuen sich Server-Admins, dass das System einfach unkaputtbar ist. Bei der Administration muss man sich schon ein bisschen umstellen, aber wer schon mal mit Solaris hantiert hat (immerhin auch ein Spross der Berkeley Unix Familie), kommt auch mit FreeBSD klar.
Interessant für Server, die viele Rollen bedienen müssen, sind noch die Jails. Man kann damit Dienste sauber voneinander abschotten, und vor allem kann man ein Jail einfach nehmen und auf eine andere Maschine schieben und dort starten (vorausgesetzt, die Architektur und das FreeBSD Major Release sind bei beiden gleich). Für den typischen 08/15 Internet Server ist das ganz nett; man kann eben den Mailserver schön von den Kunden-Webs getrennt halten, damit ein Amok laufendes Mailformular den Server nicht zur Spamschleuder umfunktioniert 8)
Ach ja, ein Nachteil für größere Setups wäre da noch zu erwähnen: Oracle läuft nicht nativ unter FreeBSD. Man kann Oracle zwar unter FreeBSD nutzen, da der FreeBSD-Kernel auch Linux-Binaries (notfalls sogar System V Binaries O:) ) ausführen kann, aber besonders appetitlich finde ich das nicht...