Debian 3.1 oder Debian pre-4.0

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\root
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Debian 3.1 oder Debian pre-4.0

Post by \root » 2006-11-23 14:04

Guten Tag allerseits,

Ich habe vor mir in kürze einen Root zu kaufen,
auch das Betriebsystem steht schon fest: Debian.
Allerdings hab ich hier die Auswahl zwischen "Debian 3.1" und "Debian pre-4.0" (bis gestern wars noch 3.2)
nun weiß ich nicht genau wo die sich unterscheiden, denn,
wenn dort noch 3.1 angeboten wird muss es ja irgendetwas haben was diese version attraktiv macht.

Welche Version ist empfehlenswerter (besonders inpunkto Sicherheit)?

Ich werde mich über Hilfe freuen!

PS: Ich hoffe das war nicht das Falsche unterforum.

sledge0303
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Re: Debian 3.1 oder Debian pre-4.0

Post by sledge0303 » 2006-11-23 14:23

Debian 4.0 (Etch) ist noch nicht stable und daher noch nicht für den produktiven Einsatz zu empfehlen. Wann es stable wird, k.A.

\root
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Re: Debian 3.1 oder Debian pre-4.0

Post by \root » 2006-11-23 14:38

sledge0303 wrote:Debian 4.0 (Etch) ist noch nicht stable und daher noch nicht für den produktiven Einsatz zu empfehlen. Wann es stable wird, k.A.
Vielen Dank für deine Antwort :D

sledge0303
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Re: Debian 3.1 oder Debian pre-4.0

Post by sledge0303 » 2006-11-23 16:22

Sarge (3.1) wird auch weiter gepflegt wenn Etch stable geworden ist, daher ist es nicht so dramatisch.
Einige Leute haben Etch schon produktiv im Einsatz. Ich selber habe eine Testinstallation aufm Xen-Server installiert. Auf dem ersten Blick sieht es nicht schlecht aus, auf der anderen Seite wurde mir nach jedem wöchtentlichem apt-get upgrade jedes mal das halbe System geupdated.
Einmal so "gut", dass das komplette Image neu aufgesetzt werden konnte, weil danach nichts mehr lief und es zu viel Zeit gekostet hätte manuell an jedem Paket rumzufummeln...
Produktiv eingesetzt hätte es stunk mit Kunden gegeben ;)

lucki2
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Re: Debian 3.1 oder Debian pre-4.0

Post by lucki2 » 2006-11-23 18:03

Was Dein Anbieter da macht ist die Frage.
Debian 3.2 gibts nicht. sarge(3.1) ist vom 6.November 06
Antwort: was dir wichtiger ist Stabilität <-> Aktualität.
Debian ist recht streng was Qualität angeht. Gibt viele Server, die ewig schon ohne Probleme auf testing laufen(z.B. Universitäten, richtig große Dinger).

Wichtig: von sarge(3.1) auf etch(4.0) kannst Du jederzeit selber upgraden. Downgraden kann eine Spielerei sein. Du kannst auch Versionen mischen. Jederzeit und selber.

Deswegen mein Tipp: nimm die stable(3.1). Schau Dir an, wie apt funktioniert und richte es Dir danach selber so ein, wie es Dir gefällt. So mußt Du Dich noch nicht entscheiden.

Wenn Du irgendwann meinst etch dauert Dir zu lange, dann ziehst Du eben auf etch hoch bevor debian die auf stable zieht. Gar kein Thema, in 2 Minuten geändert, aktualisierst das System und bist auf etch. Fertig.

sledge0303
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Re: Debian 3.1 oder Debian pre-4.0

Post by sledge0303 » 2006-11-23 18:12

Schon richtig was lucki2 schreibt.

Mischen könntest u.a. folgendermaßen, indem diese Sourcen hinzugefügt werden:

Code: Select all

nano /etc/apt/sources.list
deb http://ftp.de.debian.org/debian etch main
deb-src http://ftp.de.debian.org/debian etch main
deb http://security.debian.org/ etch/updates main

nano /etc/apt/apt.conf
APT::Default-Release "stable";

apt-get update
apt-get -t unstable install <Paket>

Ich möchte darauf Hinweisen, diese Methode ist nicht für Server in einer produktiven Umgebung geeignet!!!
Last edited by sledge0303 on 2006-11-24 00:54, edited 2 times in total.

lucki2
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Re: Debian 3.1 oder Debian pre-4.0

Post by lucki2 » 2006-11-23 22:19

Ich würde das Paket noch pinnen. Aber das wird zu viel auf ein mal, wenn wir das hier im Thread auch erklärten, wie das geht.
Aber zu den Bedenken. Etch ist frozen und da tut sich nicht mehr viel. Da ist Bugfixes, Bugfixes, Bugfixes angesagt.

Zum anderen ist das im Vergleich zu sehen. Wenn Du ein bestimmtes Feature brauchst. Dann hast Du die Wahl etch nehmen, nachzusehen ob noch ein bug da ist, der Dich interessiert(oder vielleicht ein Fehler im copyright in der manpage der Bug ist), eines vom Maintainer nehmen, das ganz wenig getestet wurde oder von Sourcen bauen, wo es gar nicht getestet wurde.
Sehr relativ, vor allem weil Debian schon sehr gründliche Tests hat.

Mal aus der Angeberliste von Debian den Ersten rausgegriffen, fahren die testing an der uni zürich:
http://www.debian.org/users/edu/ailabzurich

Fazit: Bedenken:ja - Magenschmerzen: nein.

\root
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Re: Debian 3.1 oder Debian pre-4.0

Post by \root » 2006-11-23 22:51

Erstmal herzlichen Dank für alle Antworten.

Ich werde, da mir ein stabiles System recht wichtig ist, Sarge benutzen.

rootsvr
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Re: Debian 3.1 oder Debian pre-4.0

Post by rootsvr » 2006-11-24 15:46

Ich gehe mal stark davon aus, das Du Hetner meinst, die nennen es jetzt ja Pre 4.0 weil 3.2 nen neu erfundener Name Wäre und das falsche impliziert hätte.

Ich würde auf stable (3.1) setzen wenn Du nicht jetzt ganz dringend die neuen Version aus Etch brauchst. Sobald Etch draussen ist (Januar 07?) kannst Du bei Debian eigentlich relativ problemlos updaten.

Jetzt auf Etch zu setzen ist für mich produktiv keine Alternative, da sind (mir) noch deutlich zu oft Updates welche nicht sicherheitskritisch sind (wie war das ? 2 Wochen unstable ist automatisch in testing?).. auf nem Produktivserver nicht wirklich sinnvoll.

lucki2
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Re: Debian 3.1 oder Debian pre-4.0

Post by lucki2 » 2006-11-24 15:57

Nein, etch ist frozen, da geht derzeit so wenig wie möglich von unstable hoch(so viel wie nötig). Das soll schließlich stabil werden. Wenn da dauernd neue Pakete kämen, die wieder getestet und gefixed werden müssen würde das nie was.

Im übrigen sind es 2 bis 10 Tage(to early) die ein Paket in unstable bleiben muß, dann kommt ein Grund, warum das nicht hochkommt.(z.b. zu viele Bugs)

sledge0303
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Re: Debian 3.1 oder Debian pre-4.0

Post by sledge0303 » 2006-11-24 16:58

Eins dieser wöchentlichen updates hatte mal mein Testsystem auf Xen zersägt. Produktiv im Einsatz hätte es ein Fiasko geben können...
60MB auf einmal runtergeladen, einige Pakete ersatzlos deinstalliert und einiges funktionierte danach nicht mehr...:roll:

lucki2
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Re: Debian 3.1 oder Debian pre-4.0

Post by lucki2 » 2006-11-25 04:20

Also sledge, weil Du das jetzt zum zweiten mal sagst.
Mit dem, was Dir da passiert ist hast Du schon extremes Pech gehabt.

Tipps, dass es nicht mehr passiert:
a) pinnen.
b) dselect statt apt-get benutzen.

Letzteres hätte wahrscheinlich Dein Problem erkannt. Wenn aus Abhängigkeitsgründen Pakete hinzukommen oder entfernt werden, fragt es Dich. Allgemein ist es ohnehin gut hin und wieder über dselect oder aptitute zu aktualisieren. Das löst Abhängigkeiten besser auf.
Wenn Du einige male über apt-get aktualisiert hast und dann in dselect nochmal aktualiserst, wirst Du Dich wundern, was das noch findet.

sledge0303
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Re: Debian 3.1 oder Debian pre-4.0

Post by sledge0303 » 2006-11-27 15:51

lucki2 wrote:Also sledge, weil Du das jetzt zum zweiten mal sagst.
Mit dem, was Dir da passiert ist hast Du schon extremes Pech gehabt.

Tipps, dass es nicht mehr passiert:
a) pinnen.
b) dselect statt apt-get benutzen.

Letzteres hätte wahrscheinlich Dein Problem erkannt. Wenn aus Abhängigkeitsgründen Pakete hinzukommen oder entfernt werden, fragt es Dich. Allgemein ist es ohnehin gut hin und wieder über dselect oder aptitute zu aktualisieren. Das löst Abhängigkeiten besser auf.
Wenn Du einige male über apt-get aktualisiert hast und dann in dselect nochmal aktualiserst, wirst Du Dich wundern, was das noch findet.
Naja, war gottlob nur ein Image, nach 5min war der Urzustand wieder hergestellt. Mit dselect hast natürlich recht, auf Testsystemen bin ich manchmal zu sorglos, geb ich zu meiner Schande (un)gerne zu ;)

mad cow
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Re: Debian 3.1 oder Debian pre-4.0

Post by mad cow » 2006-12-04 02:31

sledge0303 wrote:Eins dieser wöchentlichen updates hatte mal mein Testsystem auf Xen zersägt. Produktiv im Einsatz hätte es ein Fiasko geben können...
60MB auf einmal runtergeladen, einige Pakete ersatzlos deinstalliert und einiges funktionierte danach nicht mehr...:roll:
Das geht mit apt-get problemlos. Es sagt dir, bevor es los geht, was es vor hat zu tun.

Code: Select all

0 upgraded, 0 newly installed, 0 to remove and 0 not upgraded.
Wenn es dann darum geht, bestehende Config-Dateien zu überschreiben, wird man auch gefragt.
Abhängigkeiten kann man mit apt-get install sehr gut auflösen. Für spezielle Fälle gibt es dann noch dist-upgrade und install -f.

Ganz hilfreich ist auch das:

Code: Select all

apt-get upgrade -s
Jetzt will ich auch mal so einen tollen Weihnachts-Smilie. :-D

thorsten
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Re: Debian 3.1 oder Debian pre-4.0

Post by thorsten » 2006-12-04 08:07

lucki2 wrote:Tipps, dass es nicht mehr passiert:
a) pinnen.
b) dselect statt apt-get benutzen.
Wo siehst du den Vorteil von dselect zu aptitude (welches das empfohlene tool ist)?

Ich habe bis woody apt-get genutzt, seit sarge benutze ich ausschließlich aptitude - ganz normal als cli mit fast den selben Optionen wie apt-get.
(die TUI -Oberfläche ist mir zu unübersichtlich)
Ich habe bisher keine Probleme mit dem tool oder unseren Servern dadurch gehabt.

lucki2
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Re: Debian 3.1 oder Debian pre-4.0

Post by lucki2 » 2006-12-04 09:01

Gar nicht eher umgekehrt. Aptitude löst imho besser auf als dselect(vorallem teilweise auch umgekehrt findet das oft auch nicht mehr gebrauchte Sachen).

Meine Faulheit spricht dagegen, bei aptitude muß ich navigieren bei dselect brauche ich nur +_-R und Enter ... das / zum suchen ist bei mir auch recht eingeschliffen. Überhaupt: Gewohnheit.

apt-get selber hingegen muß aber Annahmen zum Auflösen treffen und kann anders als aptitude oder dselect nicht nachfragen und nur seine Entscheidung mitteilen. Und wenn Dir in dselect ein Bildschirm mit abgewählten Paketen aufpopped, dann fällt das auf(in aptitude natürlich auch).

Bei komplizierten Sachen findet apt die Abhängigkeiten auch manchmal nicht und sagt: soll nicht installiert werden, anderererseits andere Abhängigkeit gebrochen, also deinstalieren wir kräftig(Typisch: per Hand installierte Pakete, und ein Update aus einer anderen Quelle, das Konflikte auslöst).

Dabei sagt apt wie oben von M.C. angemerkt schon, was es vor hat - aber nur das Ergebnis. Das sind oft eine ganze Reihe Pakete. Wie es zu der Entscheidung gekommen ist und welche Alternativen es gegeben hätte bzw was der Auslöser ist, bleibt oft intransparent.

Und zum Thema Aptitude ist das "Empfohlene". Das geht ja nicht wenige Jahre daß(auch zu recht) irgendwer gemeint hat, es braucht etwas moderneres, nicht das abgeschraddelte Dselect... . Die Überlegung das grafisch(X) zu machen. Auch mit Blick auf di, apt und dselect zusammen zu schmeissen, vielleicht dpkg auch noch dazu - einen Installer aus einen Guss? Ewige Diskussion. Quintessenz ist: irgendwie soll der komplexe Aufbau einerseits geschrumpft werden. Zum anderen aber flexibilität gegenüber Frontends erhalten bleiben - Konsolefrontend, XFrontend oder Webinterface ... soll mit den darunter liegenden Komponnenten kommunizieren können. Weiter wird Scripting interaktion und Hardwareerkennung(da kam von Knoppix und RH viel an Ideen) für die Konfiguration wichtig. Dann geht die nächste Diskussion los, welche Funktion nun noch in ein Frontend gehört und was in die darunterliegende Schicht.
Nun ist Aptitude entstanden und ich glaube nicht, daß es das Ende der Geschichte ist...
Aber klar: Eine Fortentwicklung ist zu erkennen.