Ich bin zwar auch kein Rechtfachmann, aber hier melde ich Widersprüche an:
E-Mails werden wie Briefpost behandelt, es ist also nicht rechtens E-Mails auf einem Multiuser System ohne Zustimmung des jeweiligen Nutzers einfach auf Grund bestimmter Kriterien abzuweisen, noch die Mails zu untersuchen um die Mails nach bestimmten Kriterien zu behandeln. Stimmt der einzelne Nutzer dem expliziet zu - er aktiviert z.B. die Funktion selbst - ist es wieder zulässig, solange der Nutzer alle E-Mails erhält, die für ihn vorgesehen waren.
"Solange der Nutzer alle E-Mails erhält" gilt sicher nicht. An meiner Uni kann man explizit einstellen, dass Mails ab einem bestimmten Spam-Score gelöscht werden sollen. Ergo: Wenn der User das wünscht und aktiviert, kann auch gelöscht werden.
2. Beispiel: Freemaildienste ala GMX oder Web.de:
Dort werden auch diverse DNSBLs eingesetzt und ebenso diverse Mails in Spamordner verschoben, die dann nach einer relativ kurzen Zeit automatisch geleert werden. Man beachte, dass die User diese Filter NICHT explizit angeschaltet haben, sondern lediglich eine Info-Mail bekommen haben, die sie über die ab Datum X aktivierten Filter/Ã?nderungen informiert und dass man sie gegebenenfalls ABSCHALTEN muss, wenn man das wünscht.
Ich denke mal, dass in beiden Beispielen davon ausgegangen werden kann, dass solche Institutionen/Firmen die rechtlichen Aspekte vorher von Fachleuten abklären lassen.
Das Abweisen aller E-Mails mit einem Anhang .exe hat auch die Gefahr, dass gewollte Mails abgewiesen werden (Entwickler schicken sich neueste Version eines Programms etc)
Dann sollen sie es halt zippen, wo ist das Problem?
Ich sehe immer noch nicht den Vorteil: Die Mail wird empfangen, der Traffic entsteht. Die Mail kann dem Benutzer auf Wunsch in einen Ordner seines Accounts einsortiert werden.
Du hast es wohl noch nicht selbst erlebt, wie es ist, wenn du pro Tag mehrere Hundert oder Tausend Virenmails bekommst, die jeweils einige Hundert KByte groß sind. Wenn man dann noch ein Quotalimit hat, ist Ende-Gelände - auch für dann eintreffende erwünschte Mails. Wenn man das ganze dann noch über eine Dialup-Verbindung runterladen muss, wird es nochmal schöner. Ich erinnere mich lebhaft an die Diskussionen in danam und Co. zur Zeit, als Sobig gerade aktuell war...
Auf einem Server, den man alleine nutzt, sieht das dagegen ganz anders aus. Wenn man keine .exe will (Weil z.B. nur Linux zum Einsatz kommt) kann man diese Mails getrost ungesehen in die Tonne werfen.
Nochmal: Es wird nichts ungesehen in die Tonne geworfen, es wird ordnungsgemäß rejected. Es darf nur dann in die Tonne getreten werden, ohne das dem Absender mitzuteilen, wenn der Empfänger das explizit wünscht. Denn dann kommt das quasi auf das gleiche raus, als würde der Empfänger halt ein Script laufen lassen, das seine Mailordner aufräumt und dabei diverse Mails nach bestimmten Kriterien löscht.